Eishockey-Serie (8): Auf Ambri wartet ein harter Winter
Aktualisiert

Eishockey-Serie (8)Auf Ambri wartet ein harter Winter

Neue Clubstruktur, neue Schweizer Prominenz im Sturm: Ambri hat auf die verpatzte letzte Saison reagiert. Trotzdem wirds schwierig für die Leventiner.

von
Kai Müller
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Die 5 Club-Legenden im Kader1. Paolo Duca, 501 Spiele für Ambri

Die 5 Club-Legenden im Kader1. Paolo Duca, 501 Spiele für Ambri

Keystone/Francesca Agosta
2. Marc Gautschi (l.), 304 Spiele für Ambri

2. Marc Gautschi (l.), 304 Spiele für Ambri

Keystone/Samuel Golay
3. Inti Pestoni, 274 Spiele für Ambri

3. Inti Pestoni, 274 Spiele für Ambri

Keystone/Steffen Schmidt

Serge Pelletier arbeitet auf Bewährung. Nach dem Höhenflug 2013/14, der Platz 7 und die Playoff-Qualifikation brachte, stürzte Ambri in der vergangenen Saison auf Rang 11 ab. Als Trainer und Sportchef in Personalunion trug der Franko-Kanadier die Hauptverantwortung für das Debakel, das nur deshalb nicht zum Desaster verkam, weil die Lakers noch schlechter waren.

Das Doppelmandat ist Geschichte, Pelletier hat an Macht eingebüsst. Mit dem neuen Sportchef Ivano Zanatta hat er nun einen direkten Vorgesetzten, der seine Arbeit kritisch beäugen wird. Mehr Druck verspürt der 49-Jährige deswegen nicht. «Nach über 15 Jahren als NLA-Headcoach mache ich mir keine solchen Gedanken mehr», sagt er. Stattdessen freue er sich darüber, eine fachlich über alle Zweifel erhabene Ansprechperson zu haben.

Das spricht für Ambri

Die Leventiner gehören zu den Transfersiegern, holten mit Bastl, Monnet und Kamber drei starke Schweizer. Bastl und Monnet spielten einst zusammen beim ZSC, wo sie 2009 als Sturmpartner die Champions League gewannen. «Ich erwarte von ihnen, dass sie als Leader vorangehen», sagt Pelletier. Während Giroux wieder seine zahlreichen Tore machen wird, kam mit Cory Emmerton vom KHL-Club Sotschi ein solider Zweiweg-Center mit NHL-Vergangenheit (Detroit). Keine Frage, Ambri hat mehr Tiefe und Erfahrung im Kader als letzte Saison – und weiterhin Fans mit Einschüchterungspotenzial. 7000 strömten vor einem Monat zur Teampräsentation in die Valascia.

Das spricht gegen Ambri

Die Abwehr ist nicht Playoff-tauglich, zumal mit dem Finnen Mäenpää ein Offensivverteidiger dazustiess, der hinten kaum alles zusammenhalten wird. Beschäftigen könnte Ambri in den ersten Wochen der Saison auch die Personalie Inti Pestoni. Sollte sich der Dorfkönig entscheiden, den Ende Saison auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, wird in der oberen Leventina die Hölle los sein.

Zukunftshoffnung

Mit Fuchs (19) und Kanada-Rückkehrer Fora (19), der jedoch noch mindestens einen Monat verletzt ausfällt, verfügt Ambri über zwei überdurchschnittlich talentierte Junge.

Prognose

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn sich Ambri vor Weihnachten kein Punktepolster erspielt hat, folgt im Frühjahr der Kampf gegen den Abstieg. Bastl hin, Monnet her: Mit dieser Defensive steht den Tessinern ein harter Winter bevor, der Pelletier den Job kosten dürfte.

Kader Ambri-Piotta

Tor

1 Wolf Tim 23

39 Zurkirchen Sandro 25

87 Flückiger Michael 31

Verteidigung

3 Chavaillaz Benjamin 26

6 Gautschi Marc 32

28 Sidler Patrick 29

29 Fora Michael 19

47 Mäenpää Mikko (Fi) 32

51 Berger Sven 27

58 Zgraggen Jesse 22

79 Birbaum Alain 29

84 Trunz Adrian 31

Sturm

7 Monnet Thibaut 33

10 Giroux Alexandre (Ka) 34

11 Lhotak Lukas 22

12 Grassi Daniele 22

14 Hall Adam (USA) 35

18 Pestoni Inti 24

20 Bianchi Elias 26

21 Fuchs Jason 19

23 Stucki Christian 23

25 Emmerton Cory (Ka) 27

27 Bastl Mark 34

46 Duca Paolo 34

70 Kamber Oliver 36

96 Lauper Adrien 28

Trainer

Pelletier Serge (Ka, bisher) 49

Zuzüge

Kamber (Biel), Bastl (ZSC Lions), Berger, Wolf (beide Rapperswil-Jona), Monnet (Fribourg), Emmerton (HK Sotschi/KHL), Mäenpää (JYP Jväskylä/Fi), Fora (Kamloops Blazers/WHL)

Abgänge

Daniel Steiner, Fabian Lüthi (beide Biel), Roman Schlagenhauf, Marc Grieder (beide Rapperswil-Jona), Reto Kobach (Olten), Francis Bouillon (?), Keith Aucoin (Red Bull München/De), Ryan 0'Byrne (HV71/Sd), Edgars Masalskis (Lada Togliatti/KHL), Julien Bonnet (?), Alexei Dostoinow (Awtomobilist Jekaterinburg/KHL)

Die Rangliste von 20 Minuten

1. ZSC Lions

2. Lugano

3. Zug

4. Davos

5.

6. Kloten Flyers

7.

8. Lausanne

9.

10. Servette

11. Ambri

12.

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