Auf Anfrage Auskunft über «schwarze Liste»
Aktualisiert

Auf Anfrage Auskunft über «schwarze Liste»

Verkehrsminister Moritz Leuenberger kommt den Sicherheitsbedürfnissen von Flugpassagieren und Reiseveranstaltern einen weiteren Schritt entgegen. Sie erhalten künftig vom BAZL auf Anfrage Auskunft darüber, ob ein Flugzeug die Sicherheitsanforderungen der Schweiz erfüllt.

Jedes Reisebüro und jeder Kunde habe das Recht, das BAZL anzufragen, ob eine ganz bestimmte Airline auf der «schwarzen Liste» sei, sagte Leuenberger in einem am Montag veröffentlichten Interview der «Mittelland Zeitung» und der Genfer Zeitung «Le Temps». Wer ein berechtigtes Interesse an einer solchen Auskunft habe, erhalte auch eine Antwort. Nach Informationen der beiden Zeitungen muss die Anfrage per E-Mail an das BAZL gerichtet werden. Die Auskunft enthalte lediglich im positiven Falle die Information, dass ein bestimmtes Flugzeug nicht auf der Liste von Maschinen figuriere, die in der Schweiz mit einem Landeverbot belegt seien. Könne das BAZL diese Bestätigung nicht liefern, müsse der anfragende Kunde oder das um Auskunft ersuchende Reisebüro daraus selber schliessen, dass Sicherheitsmängel bestünden.

Das BAZL hatte am vergangenen Mittwoch sieben der 21 Flugzeuge bekannt gegeben, die zurzeit in der Schweiz mit einem Landeverbot belegt sind. Es handelte sich um jene sieben Maschinen, die zuvor in Medienberichten über die «schwarze Liste» figurierten. Die Publikation der anderen 14 Flugzeuge wurde vom BAZL bisher mit dem Hinweis auf den Datenschutz und mögliche Schadenersatzklagen verweigert. Die Kontroverse über die Veröffentlichung der «schwarzen Liste» war entbrannt, nachdem die Schweiz bestätigt hatte, dass die am vergangenen 3. Januar ins Rote Meer abgestürzte Maschine der ägyptischen Flash Airlines in der Schweiz wegen Sicherheitsmängeln mit einem Flugverbot belegt war. (dapd)

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