Auf Bären eingedroschen – Zuschauer griffen nicht ein
Aktualisiert

Auf Bären eingedroschen – Zuschauer griffen nicht ein

Drei Jugendliche
verprügelten den
Berner Fasnachtsbären.
Nun wollen ihn die
Organisatoren nur noch
mit Sicherheitspersonal
auf die Gasse lassen.

Tausende von Narren jubeln ihm jeweils zu, wenn der Fasnachtsbär auf dem Balkon des Berner Rathauses erscheint und der Menge zuwinkt. Doch letzten Samstag traf er auf Bärenhasser: Kurz vor Mitternacht packten ihn auf der Rathaustreppe drei Jugendliche von hinten am Fell, droschen erbarmungslos auf ihn ein und stiessen ihn schliesslich die Treppe hinunter. «So etwas Gemeines», ärgert sich Fasnachtspräsidentin Noëlle de Preux. Sie geht davon aus, dass die Täter den Mutz bewusst als Opfer ausgesucht haben: «Er hatte keine Chance. Hinter der Bärenmaske ist man fast blind

und im dicken Kostüm viel zu unbeweglich, als dass man sich wehren könnte.» Offenbar beobachteten Zuschauer die Attacke ohne einzugreifen. Für De Preux ist klar, dass der Fasnachtsmutz besser beschützt werden muss: «Wir können ihn künftig nur noch in Begleitung herauslassen.»

Nach dem Angriff trottete der Bär schmerzgequält von dannen und ward an der Fasnacht nicht mehr gesehen. Nun geht es ihm aber besser – er gibt sich sogar kämpferisch: «Jetzt werde ich erst recht weitermachen. Es kann nicht sein, dass unser tolles, farbenfrohes Fest durch so einen Zwischenfall kaputtgemacht wird.»

Patrick Marbach

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