Marcel H. stellte sich beim Griechen: «Auf dem Bild sah er viel grösser aus»
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Marcel H. stellte sich beim Griechen«Auf dem Bild sah er viel grösser aus»

Ende der Suche nach Marcel H.: Um 21 Uhr nahm die Polizei den 19-Jährigen fest. Er wies die Beamten auf ein weiteres Opfer hin.

von
gux
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Marcel H. stellt sich: Polizisten der Spurensicherung untersuchen in Herne eine blutige Matratze. (9. März 2017)

Marcel H. stellt sich: Polizisten der Spurensicherung untersuchen in Herne eine blutige Matratze. (9. März 2017)

Keystone/AP/Roland Weihrauch
Marcel H. hat der Polizei einen Brand in einem Wohnhaus in Herne gemeldet. Hier wird später ein Toter gefunden. (9. März 2917)

Marcel H. hat der Polizei einen Brand in einem Wohnhaus in Herne gemeldet. Hier wird später ein Toter gefunden. (9. März 2917)

Keystone/AP/Roland Weihrauch
Marcel H. gibt sich in einer Imbissbude zu erkennen und wird dort von der Polizei festgenommen: Forensiker untersuchen eine Wohnung. (9. März 2917)

Marcel H. gibt sich in einer Imbissbude zu erkennen und wird dort von der Polizei festgenommen: Forensiker untersuchen eine Wohnung. (9. März 2917)

Keystone/AP/Roland Weihrauch

Als Marcel H. gestern Abend die Türe zum Thessaloniki Grill aufstiess, dachte das Besitzer-Ehepaar Chaitidis erst an einen normalen Gast, der nur schnell etwas essen wollte. Stattdessen bat der 19-Jährige die beiden Griechen, sie mögen die Polizei verständigen, da man nach ihm suche. «Er war ganz ruhig», sagt die Wirtin zu 20 Minuten.

Weder sie noch ihr Ehemann hätten Marcel H. zunächst erkannt –auch, weil dieser anders als auf dem Fahndungsbild der Polizei keine Brille trug. Erst als H. seinen Namen angab, sei der Groschen gefallen. «Mein Mann fragte ihn noch: ‹Wo ist deine Brille?›». H. habe gar nicht bedrohlich gewirkt, so die Griechin. «Ein kleiner Junge. Auf dem Fahndungsbild der Polizei schien er viel grösser. Aber in der Realität sah er sehr jung und schmächtig aus.»

Etwa zehn Minuten später seien fünf Polizisten hereingekommen und hätten H. mitgenommen. Bei seiner Festnahme berichtete der 19-Jährige, der am Montag mutmasslich einen neunjährigen Buben erstochen hatte, dass es in einer Wohnung eine weitere Leiche gebe und er dort Feuer gelegt habe.

«Er ist so ein Gothik-Typ, trägt dunkle Kleidung»

Die Angaben stimmten. In der Wohnung, nur 150 Meter vom griechischen Restaurant entfernt, lag die Leiche eines jungen Mannes. Die Polizei will am Nachmittag näher informieren.

Die «Bild»-Zeitung, die mit Nachbarn

sprach, schreibt, der junge Mann habe allein gewohnt, manchmal sei dessen Mutter zu Besuch gekommen. «Ein kräftiger Junge. Er ist so ein Gothik-Typ, trägt dunkle Kleidung», erzählt eine Anwohnerin.

Noch während die Fahndung nach H. lief, war die Polizei Hinweisen nachgegangen, wonach es ein zweites Opfer geben könnte. In einem Chat hatte jemand, mutmasslich H., erklärt, er habe eine Frau überwältigt und sich beim Kampf mit dem «120-kg-Biest» verletzt. Meinte H. damit eigentlich den «kräftigen Jungen», dessen Leiche die Polizei jetzt fand?

H. hatte sich im Darknet bereits mit dem Mord an dem neunjährigen Jaden H. gebrüstet, aber auch immer wieder Suizidabsichten angedeutet.

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