Tägerwilen TG: Auf dem Hof stapelten sich Kadaver
Aktualisiert

Tägerwilen TGAuf dem Hof stapelten sich Kadaver

Auf einem Thurgauer Bauernhof haben die Behörden
neben 200 unterernährten Tieren 65 tote Schafe gefunden. Der Bauer soll nun ein Tierhalteverbot bekommen. Er spielt aber das Unschuldslamm.

von
Marlene Kovacs/Sascha Schmid
Die überlebenden Tiere. (Kapo TG)

Die überlebenden Tiere. (Kapo TG)

«Wir waren entsetzt, als wir die Zustände auf dem Hof sahen», sagt Untersuchungsrichter Patrick Müller. Der Tiere standen im Schlamm und waren unterernährt. Zudem waren hinter Paletten Dutzende tote Tiere gestapelt.

Die ausgemergelten Schafe hatten laut Müller schon begonnen, die Kadaver anzufressen. Vor drei Wochen sah ein Passant sogar, wie ein Fuchs mit einem Fleischstück aus dem Stall kam. Das Veterinäramt kontrollierte darauf mit den Strafverfolgungsbehörden den Hof und beschlagnahmte die Tiere.

«Die Tiere hatten zu wenig Futter und waren verwurmt», so der stellvertretende Amts­tierarzt Christian Senn. Der Landwirt habe schon vor zwei Jahren zu wenig Geld für Schweinefutter gehabt, worauf er ein Halteverbot für Schweine erhalten habe. Nun wird er laut Senn wohl ein generelles Tierhalteverbot erhalten.

«Wir haben sie stets gut gefüttert, sie waren einfach krank», so das Schafzüchter-Ehepaar G. Sie hätten wohl einige Fehler gemacht, würden aber ihre Tiere lieben. «Nun werden wir wohl nie mehr Tiere halten.»

Missstände seit langem bekannt

Im Dorf waren die prekären Zustände auf dem Hof der Familie G. schon lange bekannt. «Immer wieder haben mir Gäste von den toten Tieren berichtet», so der Wirt eines Restaurants in der Nähe. Der Gemeinde und dem Kanton sei einige Male von den Zuständen auf dem Hof berichtet worden. «Es ist ein Skandal, dass die Behörden nicht früher eingeschritten sind», sagt Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauer Tierschutzverbandes.

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