Zoophilie: Auf dem Land Nutztiere, in der Stadt Haustiere

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ZoophilieAuf dem Land Nutztiere, in der Stadt Haustiere

Über Leute in der Schweiz, die Tier-Sex praktizieren, weiss man wenig. Erwischt werden jedes Jahr nur fünf bis zehn. Die Dunkelziffer ist vermutlich gross.

von
ann

Während in Dänemark Tier-Bordelle boomen, ist Tier-Sex in der Schweiz verboten. Dies aber erst seit sechs Jahren der Fall. Die Änderung wurde im September 2008 mit der Revision des Tierschutzgesetzes erlassen. Zuvor war Zoophilie erlaubt, solange das Tier dabei nicht verletzt wurde.

Zahlen zu Zoophilen gibt es kaum. Einzig in den USA wurde die Frage in der 1948 veröffentlichten Studie von Alfred C. Kinsey untersucht. Dabei kam heraus, dass 8 Prozent der Männer und 3,6 Prozent der Frauen schon Sex mit Tieren hatten. In ländlichen Gegenden stieg die Anzahl auf 17 Prozent. Unter der Berufsgruppe der Bauern sollen damals 40 Prozent angegeben haben, schon einmal Sex mit Tieren gehabt zu haben.

Auf dem Land Nutztiere, in der Stadt Haustiere

Wie viele Personen in der Schweiz heimlich Sex mit Tieren praktizieren, darüber gibt es hingegen keine Studien oder Statistiken. «Das Verbot der Zoophilie ist immer noch jung und das Thema tabuisiert», sagt Christine Künzli von der Stiftung Tier im Recht. Viele empfänden das Thema als unappetitlich und man spreche nicht darüber. «Wir gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer relativ gross ist, denn die Szene ist im Internet sehr aktiv.»

Zudem begünstige die Vereinsamung der Leute, bei welcher die Haustiere zum Partner und manchmal auch zum Sexualpartner werden, die Zoophilie. Man wisse, dass es Halter gebe, die ihre Tiere richtiggehend auf sexuelle Handlungen trainieren. «In den ländlichen Gegenden werden eher Nutztiere Opfer sexueller Übergriffe, in städtischen Gegenden eher Haustiere.» In einschlägigen Internetforen sind besonders Clips mit Hunden, aber auch mit Pferden beliebt.

In Pakistan suchen am meisten nach «animal sex»

Immerhin haben die Verurteilungen wegen sexuell motivierter Handlungen mit Tieren in den letzten Jahren zugenommen. Vor 2008 waren es etwa zwei Fälle pro Jahr. Seit 2008 ist jede sexuell motivierte Handlung mit Tieren strafbar und es gab jedes Jahr fünf bis zehn Fälle.

Aufgrund von Google-Such-Auswertungen weiss man zudem, dass 2013 das Stichwort «animal sex» am meisten in Pakistan eingegeben wurde, gefolgt von Indien und Äthiopien. In der Schweiz verfolgt die Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (kobik) das Geschehen auf dem Internet. Oft ist die Kobik aber machtlos, weil viele Seiten in Ländern registriert sind, in denen Zoophilie nicht verboten ist.

Sodomie und Zoophilie

Sodomie steht gemäss Wikipedia heute umgangsprachlich hauptsächlich für sexuelle Praktiken mit Tieren.

Zoophilie bedeutet das «sexuelle Hingezogensein zu Tieren». Zoophilie kann sexuelle Handlungen beinhalten, aber auch Vorlieben, die manchmal gar unbewusst der sexuellen Befriedigung des Menschen dienen. Der Begriff wird umgangssprachlich mit Sodomie gleichgesetzt.

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