Balterswil TG: «Auf dem Mars wird mir meine Freundin fehlen»
Aktualisiert

Balterswil TG«Auf dem Mars wird mir meine Freundin fehlen»

Steve Schild (30) ist unter den letzten 665 Kandidaten für die Marsmission einer holländischen Firma. Nun zeigt SRF ein Porträt des zukünftigen Marsianers.

von
qll
Steve Schild bei einem Besuch in einem Museum in Roswell, wo 1947 angeblich ein Ufo abstürzte. (Bild: ZVG)

Steve Schild bei einem Besuch in einem Museum in Roswell, wo 1947 angeblich ein Ufo abstürzte. (Bild: ZVG)

«Der Mars hat mich schon als Kind fasziniert,» sagt Steve Schild aus Balterswil (TG). Der 30-Jährige hat sich vor zwei Jahren beim privaten holländischen Unternehmen«Mars One» als Kandidat beworben – mit ihm weitere über 200'000 Menschen aus aller Welt. Sie alle wollten 2024 die ersten Menschen auf dem Mars sein.

Kein Weg zurück

In insgesamt vier Runden werden dabei immer mehr Bewerber ausgeschlossen. Aktuell läuft die zweite Runde des Bewerbungsverfahrens: «Nun bin ich unter den letzten 665 Kandidaten», so Schild. «Mein Traum rückt immer näher.» Wenn er sich weiterhin gegen seine Mitbewerber durchsetzen kann, muss er 2024 Abschied von der Erde nehmen: «Nach einem siebenmonatigen Flug werden wir 2025 auf dem Mars landen», so Schild, «ohne Rückflugticket.»

Geplant sei, dass zuerst vier Menschen zum Mars geschickt werden und dort eine dauerhafte Siedlung errichten. Danach würden alle zwei Jahre vier weitere Personen den Mars besiedeln.

Spaziergänge nur noch im Anzug

Das Mars-Projekt ist aber nicht für jeden geeignet. Um bei diesem Projekt überhaupt dabei sein zu können, müssen viele Auflagen erfüllt sein: «Wir müssen nicht nur physisch, sondern auch psychisch gesund sein», so Schild. «Auch müssen wir belastbar und anpassungsfähig sein.» Zudem sollte man keine Angst vor Neuem haben und ein Visionär sein. Das ist Schild: «Ich schaue positiv in die Zukunft», so der Marsianer in spe. «Der Mensch ist nun soweit, den nächsten grossen Schritt zu machen.»

Trotzdem tobe ein Kampf in ihm: «Einerseits bin ich sehr aufgeregt und kann es kaum erwarten», so Schild. «Dieses Wow-Gefühl bringt mich noch um.» Anderseits sei er sich sicher, dass der Abschied sehr emotional würde. «Meine Freundin, meine Familie und meine Freunde werden mir sicherlich fehlen», so der 30-Jährige. «Auch würde ich die Spaziergänge ohne Anzug vermissen.» Trotzdem will er sich nicht aufhalten lassen: «Schon seit ich denken kann, will ich in den Weltraum.»

Porträt auf SRF

Was für ein Mensch der zukünftige Marsianer ist, zeigt die Reportage von SRF-Regisseur Hanspeter Bäni, die am 4. Januar ab 21.35 Uhr im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wird. «Der Film zeigt, wer ich bin und wie ich lebe», so Schild. «Und auch was ich erreichen möchte.»

Deine Meinung