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«Ruhe bitte»Auf den Balearen müssen Fahrgäste in Bussen und Zügen den Mund halten

«Bitte halten Sie den Mund!» – so lautet die Weisung der balearischen Behörden gegenüber Fahrgästen im Öffentlichen Verkehr. So werden diese gebeten, bei der Nutzung von Bussen und Zügen nicht zu sprechen.

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Die Corona-Pandemie setzt Mallorca stark zu.

Die Corona-Pandemie setzt Mallorca stark zu.

Clara Margais/dpa
Mallorca wurde zu einem Epizentrum des Coronavirus.

Mallorca wurde zu einem Epizentrum des Coronavirus.

Getty Images
Dies trotz eines Lockdowns.

Dies trotz eines Lockdowns.

Clara Margais/dpa

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie hat Spanien fest im Griff.

  • Die Balearen-Inseln wurden besonders hart getroffen.

  • Mallorca kämpft mit hohen Infektionszahlen und hat neue Massnahmen erlassen.

Zur Eindämmung von Corona-Infektionen sollen Fahrgäste in Bussen und Zügen auf Mallorca und den anderen beliebten Ferieninseln der Balearen möglichst den Mund halten. Das sei eine der Massnahmen, an die sich die Menschen nach dem Willen der Regionalregierung ab Mittwoch halten sollten, schrieb die deutschsprachige «Mallorca-Zeitung». Neben der schon lange geltenden Maskenpflicht könne dies das Risiko einer Ansteckung vermindern.

Im öffentlichen Nahverkehr ist die Passagierzahl eingeschränkt. In Bussen dürfen Passagiere nur sitzen, nicht stehen, in den Zügen gibt es speziell ausgewiesene Stehplätze. «Die Balearen-Regierung empfiehlt zudem explizit, während der Fahrt zu schweigen, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten», schreibt die «Mallorca Zeitung».

«Panik-Modus» der Regierung

Die Balearen-Regierung sei in einen Panik-Modus verfallen, kommentiert die Zeitung. «Am Freitag verordnet sie die Schliessung von Bars und Restaurants, am Sonntag das Verbot der Winterfiestas und die Hochstufung Ibizas in der Coronarisiko-Skala, am Montag untersagt sie private Treffen, ohne das überhaupt kontrollieren zu können», heisst es weiter. Zwar sei die Hektik verständlich angesichts der unverändert hohen Ansteckungsraten und der sich dramatisch zuspitzenden Lage in den Krankenhäusern. «Aber sie hat einen Preis: Die immer neuen und sich wechselnden Auflagen werden immer schwerer nachzuvollziehen und komplizierter zu erklären.»

Die Zeitung verweist auf zahlreiche Widersprüchlichkeiten: Etwa, dass sich Kinder bis Ende Januar nicht mehr mit ihren Freunden treffen dürfen, aber sich weiterhin in der Schule sehen. Dass Sportveranstaltungen verboten, Leistungssport aber erlaubt sei. Dass Theater und Kinos bis auf Weiteres geöffnet bleiben dürften, aber mit weniger Zuschauern. Oder dass die Einkaufszentren erst in ein paar Tagen schliessen müssen und darum alle noch in die Läden rennen, um ein paar Sachen zu besorgen. Mit solch einer Hektik schaffe man «die doch so notwendige gesellschaftliche Akzeptanz für die Corona-Auflagen nicht, eher das Gegenteil».

Kontaktbeschränkungen erlassen

Angesichts schnell steigender Infektionszahlen hatten die Behörden ab Mittwoch auch Treffen im privaten Kreis mit Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, weitgehend verboten.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100’000 Einwohner binnen sieben Tagen, lag am Dienstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid bei knapp 310. Das ist fast so hoch wie dem in Deutschland besonders betroffenen Bundesland Thüringen. Eine für Dienstag geplante Demonstration von Restaurantbetreibern vor dem Sitz der Landesregierung wurde mit der Begründung verboten, es drohten Ansteckungen unter den Teilnehmern.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(DPA, gux)

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