Neu im Kino: «Skinhead Attitude»: Auf den Spuren der Skinheads
Aktualisiert

Neu im Kino: «Skinhead Attitude»Auf den Spuren der Skinheads

Die Vielschichtigkeit der Skinheads: Der Schweizer Regisseur Daniel Schweizer geht in seinem Dokumentarfilm «Skinhead Attitude» einer verrufenen Gruppierung auf den Grund.

Der Ursprung der Skinheads: In der englischen Arbeiterschicht der Sechzigerjahre entstand eine Subkultur, deren Protagonisten sich den Schädel kahl rasierten. Sie hatten keine besonderen politischen Absichten, sondern vor allem den gleichen Musikgeschmack: Reggae und Ska – vornehmlich aus Jamaika.

Die Szene, so der Film, wurde in den Siebzigern durch Ian Stuart, den nationalistischen Frontmann der Punkband Skrewdriver, auseinander gerissen: Stuart stand für Gewalt und Hitler ein und fand etliche Anhänger – jene Skinheads also, die wir heutzutage mit Fremdenhass in Verbindung bringen.

Skinheads heute: Die Szene von rechts wird vor allem durch die fremdenfeindliche Gruppierung Blood & Honour und von links durch die Antirassisten Sharp (Skinheads Against Racial Prejudice) repräsentiert – die traditionellen, eher apolitischen Skinheads stehen zwischen den Fronten.

Regisseur Schweizer porträtiert in seinem Film

«Skinhead Attitude» auf eindringliche Weise die verschiedenen Skin-Szenen

in England, Deutschland, Polen, Schweden, in der Schweiz und in den USA. Begleitet wird er dabei von einem traditionellen Skin-Girl aus Frankreich namens Karole. Sein Versuch, das Phänomen Skinheads von allen Seiten zu beleuchten, gelingt durchwegs – auch wenn er dabei in den Szenen hin und wieder auf Granit beisst.

Benjamin Bögli

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