Karfreitag: Auf den Spuren Jesu in Jerusalem
Aktualisiert

KarfreitagAuf den Spuren Jesu in Jerusalem

Sich ans Kreuz nageln lassen, an Prozessionen teilnehmen, Ostereier bemalen. Menschen in aller Welt gedenken des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus.

Tausende Christen sind am Karfreitag durch die Altstadt Jerusalems gepilgert, um den Leidensweg von Jesus Christus nachzuvollziehen. Die sogenannte Via Dolorosa war von starken israelischen Polizeikräften gesichert.

Angeführt wurde die Prozession von Franziskanermönchen, von denen einige hölzerne Kreuze trugen. Der Zug ging langsam über die helle Sandsteinstrasse bis zur Grabeskirche, die nach der Überlieferung von Kreuzfahrern an der Stelle errichtet wurde, an der Jesus gekreuzigt und begraben wurde.

Nach dem Neuen Testament wurde Jesus am Karfreitag verurteilt, hingerichtet und ist am dritten Tage wieder auferstanden.

14 mal zusammengebrochen

Die Via Dolorosa folgt einer Route, die Franziskanermönche im 14. Jahrhundert festlegten. Sie beginnt am Löwentor, das den Geburtsort von Maria, der Mutter Jesu, markieren soll. 14 Stationen des Weges kennzeichnen die Stellen, an denen Jesus unter dem schweren Kreuz, das er selbst tragen musste, zusammenbrach. Die letzten Stationen liegen schon innerhalb der Grabeskirche.

Der israelische Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte, rund 2500 Polizisten seien in Jerusalem zur Sicherung des Kreuzwegs unterwegs. Der Schwerpunkt lag in der Altstadt und im Osten Jerusalems.

Einen Zwischenfall gab es an der Grabeskirche, als eine Gruppe junger palästinensischer Christen sich an den Polizisten vorbei den Weg in das Gotteshaus bahnen wollte. Einige der jungen Leute rammten ihre Holzkreuze in eine Polizeibarriere. Der Zugang zur Kirche wurde daraufhin vorübergehend geschlossen.

Philippiner lassen sich ans Kreuz nageln

In Erinnerung an das Leiden und den Tod Jesu haben sich auf den Philippinen wieder mehrere Gläubige ans Kreuz nageln lassen. In drei Dörfern in der Provinz Pampanga wurden am Karfreitag mindestens 23 Menschen gekreuzigt. Zu dem umstrittenen Spektakel kamen auch in diesem Jahr mehr als 10 000 Schaulustige. Die katholische Kirche kritisiert die Nachstellung des Martyriums Jesu.

Ausländer durften, anders als in der Vergangenheit, nur noch als Zuschauer teilnehmen. Eine Sprecherin der Tourismusbehörde in der Stadt San Fernando sagte, in früheren Jahren hätten einige Ausländer nur teilgenommen, um sich über die Zeremonie lustig zu machen. «Wir wollen nicht, dass sie die Tradition der Menschen hier zum Gespött machen», sagte Ching Pangilinan.

Unter den Gekreuzigten war auch Ruben Enaje, der sich schon zum 24. Mal dem schmerzhaften Ritual unterzog. Der 49-jährige Schildermaler will damit nach eigenen Angaben Gott danken, weil er einst als Bauarbeiter einen Sturz vom Dach eines Hauses überlebte. Die 34-jährige Mary Jane Mamangon, die einzige Frau unter den Teilnehmern, liess sich zum 14. Mal ans Kreuz nageln.

Ähnliche Veranstaltungen fanden in der nahegelegenen Provinz Bulacan statt. In anderen Teilen der Philippinen geisselten sich Gläubige mit Peitschen, bis ihre Rücken bluteten. (sda/dapd)

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