Aktualisiert 26.02.2010 13:20

GesamterneuerungAuf der Berner Stadttangente drohen Staus

Am Montag beginnt die Gesamtsanierung der Autobahn- Stadttangente Bern. Kernstück ist die Erneuerung des Felsenauviadukts. Staus sind vorprogrammiert.

Die Erneuerung des Felsenauviadukts muss unter vollem Verkehr geschehen, weshalb das Bundesamt für Strassen (ASTRA) eine Fahrspur Richtung Zürich sperrt. Wegen dieser Reduktion von drei auf zwei Spuren sei im Bereich des Felsenauviadukts vor allem in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend mit Staus zu rechnen, sagten ASTRA-Vertreter am Freitag vor den Medien in Bern.

Staugefährdet sind die Strecken Richtung Zürich respektive Thun - in Richtung Freiburg/Lausanne bleiben die bestehenden drei Spuren offen. Auf den Fahrspuren Richtung Westen ist also nicht mit Staus zu rechnen.

Trotz der befürchteten Staus in Fahrtrichtung Zürich/Thun werden keine Umleitungen signalisiert. Die Strassen in der Region Bern seien bereits am Limit, hiess es an der Medienkonferenz.

«Chance für öffentlichen Verkehr»

Kanton und Stadt Bern wollen während der Bauarbeiten die Bevölkerung der Stadt Bern und Umgebung möglichst vor Schleichverkehr schützen und den Verkehr so gut wie möglich im Fluss behalten. Deshalb haben sie zahlreiche flankierende Massnahmen vorgesehen.

Dazu gehört etwa, dass bei den Autobahnanschlüssen Bern-Neufeld und Bern-Forsthaus Lichtsignalanlagen installiert worden sind. Sie dosieren ab Montag den Verkehr Richtung Autobahn. In der Stadt Bern werden an wichtigen Kreuzungen Lichtsignalanlagen angepasst und wo nötig werden neue Busspuren eingezeichnet. Busse und Trams sollen vorwärtskommen.

Zu den flankierenden Massnahmen gehört auch eine breite Informationskampagne mit Plakaten, Flugblättern und anderem. Hauptaussagen sind: Wer aufs Fahrzeug angewiesen ist, soll die staugefährdeten Hauptverkehrszeiten meiden. Wenn dies nicht möglich ist, soll man trotz Staus die Autobahn benützen.

Das bleibe laut Verkehrsexperten der schnellste Weg, um vorwärtszukommen, sagte die Stadtberner Gemeinderätin Regula Rytz.

Hauptaussage der Informationskampagne ist aber, dass die Bewohner der Region Bern möglichst auf den öffentlichen Verkehr (öV) umsteigen sollen. Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer sagte an der Medienkonferenz, die Baustelle Stadttangente Bern stelle für den öV eine Chance dar.

«Wir wollen sie packen, indem wir das komfortable öV-Angebot auch eingefleischten Autofahrenden bekannt und schmackhaft machen.» Es gelte bei den Pendlerinnen und Pendlern anzupacken, denn 80 Prozent des Verkehrs auf den Autobahnen rund um Bern werde von Regionsbewohnern verursacht.

Über 100 000 Fahrzeuge befahren die Autobahnen A1, A6 und A12 rund um Bern. Damit gehören diese Strassenstücke zu den meistbefahrenen der Schweiz.

Schon ab Freitagabend Einschränkungen

Schon ab Freitagabend kann es auf den Autobahnen rund um Bern zu Staus kommen: In den drei Tagen bis zum Baubeginn am Montag muss das ASTRA die Spurreduktion in Richtung Zürich vornehmen und die nötigen Markierungen anbringen. Bis zu zwei Spuren würden aufgehoben, sagte David Wetter vom ASTRA.

Zwei Jahre dauert die Gesamtsanierung. Zwischen Anfang November 2010 und Anfang März 2011 wird aber im Bereich des Felsenauviadukts nicht gearbeitet, so dass die Spurreduktion aufgehoben werden kann. Im kommenden Winter herrscht also dort Normalbetrieb. (sda)

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