Internet-Pranger: Auf der Jagd nach den Lebensmittel-Schwindlern

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Internet-PrangerAuf der Jagd nach den Lebensmittel-Schwindlern

Grüne Oliven, die gefärbt werden und danach als schwarze ins Gestell wandern: Solche und weitere Täuschungen will der Bund künftig im Internet veröffentlichen.

von
sma

Eine Ananas-Schokolade ohne Ananas-Stücke, ein Holundersirup ohne Holunder: Produkteschwindel im Lebensmittebereich wie diese werden auf der deutschen Website Lebensmittelklarheit.de systematisch aufgedeckt und angeprangert. 3000 Einträge hat die vom deutschen Staat finanzierte Site, und sie stösst bei den Konsumenten auf riesiges Interesse. Deshalb soll es ein Pendant zu diesem Internet-Pranger bald auch für Schweizer Konsumenten geben. Laut Recherchen von «10 vor 10» laufen beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) entsprechende Vorbereitungen. «Das BAG ist bereit, sich an einem Vorprojekt zu beteiligen», heisst es in einem internen Papier.

Mitte September hatte das BAG bereits zum runden Tisch geladen. Auch Sara Stalder, Geschäftsführerin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz SKS, war vor Ort. «Die Website wird spätestens bis in zwei Jahren aufgeschaltet, und wir hoffen, dass der Bund die Finanzierung übernimmt.» Bereits vor der Realisierung formt sich schon Widerstand gegen Lebensmittelklarheit.ch. Fritz Schmid, Co-Geschäftsführer der Föderation der Schweizer Nahrungsmittelindustrie, würde das Portal nicht bedingungslos akzeptieren. «Wir brauchen keinen Internet-Pranger. Das Lebensmittelrecht schützt Konsumenten genügend.» (sma/20 Minuten)

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