Basel im Tief: Auf der Suche nach dem Reset-Knopf
Aktualisiert

Basel im TiefAuf der Suche nach dem Reset-Knopf

Verkehrte Welt. Thun kommt am Sonntag als Leader ins Joggeli, während der FC Basel lediglich auf Platz 8 liegt. Doch FCB-Trainer Fink zeigt sich kämpferisch: «Jetzt wollen wir mit aller Macht zeigen, wer hier Meister werden will!»

von
Eva Tedesco
Die 1:3-Schlappe in Luzern besiegelt den schlechtesten Saisonstart des Fc basel seit zehn Jahren. Das gibt Captain Marco Streller zu denken. (Keystone/AP)

Die 1:3-Schlappe in Luzern besiegelt den schlechtesten Saisonstart des Fc basel seit zehn Jahren. Das gibt Captain Marco Streller zu denken. (Keystone/AP)

Die Stimmung schwankt zwischen Endzeit und Zweckoptimismus. Die Männerrunde im Garten des Restaurant Schifferhaus diskutiert über die Chancen des FC Basel in der Champions League und der Krise in der «ihr» FCB steckt. «Pass auf, so werden wir für ManU zum Kanonenfutter. So schwach war der FCB lang nicht mehr», sagt der Mann im blauem Hemd. «Komm schon, der Fink wird das schon machen», übt sich sein Gegenüber in Zweckoptimismus.

Die schwache Vorstellung letzten Samstag gegen Luzern (1:3) macht der Männerrunde zu schaffen. Es herrscht Endzeitstimmung. Der FCL hat den FCB gedemütigt und aufgezeigt, was Teamgeist heisst. Aus dem mittelmässigen Saisonstart ist der schlechteste Meisterschaftsauftakt seit zehn Jahren geworden. Die Männer nerven sich am Fehlen einer Linie, an der Ideenlosigkeit und dem fehlenden Kampfgeist. In einem gehen sie mit FCB-Trainer Thorsten Fink aber einig, der dann am Freitag an der wöchentlichen Presskonferenz sagt: «Wir können besser spielen, und das werden wir am Sonntag zeigen.»

Analysen, Aufarbeitung und Teamsitzung

Die Woche nach der Pleite in Luzern stand unter dem Thema Aufarbeitung. Die Mannschaft hat sich zur «Chropfleerete» zusammengesetzt. Aber Internes soll intern bleiben. Auch in welcher Sprache man die Aussprache geführt hat und ob das Angesprochene deshalb bei jedem ankommt, bleibt offen. Fehler und taktischen Dinge, die dem Trainer missfallen haben, wurden ebenfalls aufgearbeitet. Und wie soll es besser werden? Fink: «Das muss nicht jeder wissen. Wir machen es besser, fertig.» Fink wirkt gereizt. Ein Ausdruck dafür ist auch sein medialer Rückzug. Bislang stand Fink Journalisten für telefonische Auskünfte zur Verfügung. Das sei part of the Job, pflegte er zu sagen. Nun nicht mehr. Das habe aber nichts mit der sportlichen Lage, sondern mit dem zeitlichen Aufwand zu tun, bat Mediensprecher Josef Zindel um Verständnis.

In der Krise, aber nichts ist passiert

Fink ist sicher, dass der Zug noch nicht abgefahren ist. «Wenn man es positiv sehen will, kann man hoffen, dass wir aus dem Tief lernen – wenn wir nun schnell wieder herausfinden.» Der Tabellenführer kommt Fink deshalb zur rechten Zeit. «Es ist nichts passiert ausser, dass wir schlecht gestartet sind. Aber unsere Mitkonkurrenten um die Meisterschaft haben auch nicht viele Punkte geholt. Allerdings muss es spätestens gegen Thun losgehen für uns.» Ursachen erforschen, Fehler analysieren und sich Hinterfragen müssen alle. Spieler, Staff und Trainer. «Wir sind ein Team – alle müssen es besser machen.»

Für das Spiel gegen Thun wird Fink Umstellungen im Mittelfeld vornehmen müssen, nachdem Huggel gesperrt fehlt. Für den Routinier rückt Cabral nach, der laut Trainer zuletzt im Training und im Test gegen Dornach gezeigt hat, dass er es kann. Granit Xhaka, der wegen einer Knieverletzung in der laufenden Saison noch kein Spiel bestritten hat, wird erstmals auf der Bank sitzen.

Fink will spüren, wer Meister werden will

Der FCB sucht nach dem Reset-Knopf. Die (Durchhalte-)Parolen sind deutlich. Ab Sonntag will man eine Serie starten und sich in der Liga Selbstvertrauen für die Champions League holen. «So gesehen kann es für uns endlich losgehen», sagt Fink, der an der Qualität seiner Mannschaft keine Zweifel hat. «Wir müssen unsere Fehler abstellen, dann brauchen wir keinen Gegner zu fürchten. Wir haben kein anderes Ziel, als Meister zu werden. Und am Sonntag soll man spüren wer Meister werden will.»

Für ein Erfolgserlebnis wäre dem FCB dann nicht nur die Männerrunde aus dem Schifferhaus dankbar, sondern auch tausende Fans, die mit hohen Erwartungen und Vorfreude stundenlang für CL-Tickets anstehen.

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