Aktualisiert 29.06.2005 21:10

Auf die billige Tour

Abgerechnet wird nach den Ferien: Wer oft mit seinem Handy im Ausland telefoniert, bringt unter Umständen als Souvenir eine saftige Telefonrechnung mit nach Hause.

Eigentlich könnte man sich ja freuen, wenn man fern der Heimat einen Anruf von einer geliebten Person aus der Schweiz erhält, doch jede verplauderte Sekunde kostet Geld und nagt an der Reisekasse. Was soll man tun? Den Anruf nicht annehmen? Dann tappt man unweigerlich in die Mailbox-Falle und bezahlt doppelt: Zuerst für den eingehenden Anruf und dann noch fürs Abhören der Nachricht. Eine fatale Situation. Um nicht zu viele Nachrichten in der Combox anzuhäufen, sollten die bedingten Umleitungen auf die Combox wie «Umleitung wenn keine Antwort» oder «Umleitung falls kein Empfang» deaktiviert werden.

Die Preise für das Telefonieren im Ausland variieren zum Teil beträchtlich – je nach dem, in welchem Land man sich befindet und bei welchem Telefonanbieter man sein Abo hat. Bei manchen Abos – beispielsweise bei solchen für Jugendliche – ist das internationale Roaming nicht freigeschaltet. Dies kann über den Kundendienst des Mobilfunkanbieters oder per Eingabe am Handy meist nachgeholt werden. Prepaid-SIM-Karten von Orange und Swisscom müssen oft auch bei regulären Kunden fürs Ausland freigeschaltet werden. Doch bei Prepaid-Handys ist besondere Vorsicht geboten, da die Tarife meist noch höher sind als bei Abo-Handys. Je nach Destination und Mobilfunknetz schmilzt das Guthaben auf der Karte schneller als die Glace in der Sonne.

Zu den Reisevorbereitungen gehört jedoch nicht nur, dass man sich über Tarife und Roaming informiert, sondern auch abklärt, ob das Handy am Reiseziel überhaupt einsetzbar ist: Mit einem Dualband-Handy kann man in praktisch allen Ländern Europas, Asiens und Afrikas telefonieren. Wer in die USA oder nach Kanada reist, braucht ein Triband-Handy, da in diesen Ländern über den GSM-Standard 1900 telefoniert wird. In Südamerika wird in einigen Ländern auch über GSM 850 telefoniert – dafür braucht es dann eben ein Quadband-Handy.

Felix Raymann

Günstiger telefonieren im Ausland

Idealer Roaming-Partner

Informieren Sie sich bereits vor den Ferien im Internet über die günstigsten Roaming-Partner für die jeweiligen Reisedestinationen: Auf den Webseiten von Swisscom, Orange, Sunrise und Tele2 sind alle Verbindungs- und Roamingtarife aufgelistet. Auf Ihrem Handy lassen sich die Mobilfunknetze entweder automatisch oder manuell wählen. Falls Sie sicher sein wollen, dass Sie die günstigste Verbindung erhalten, wählen Sie manuell den entsprechenden Anbieter auf Ihrem Telefon.

Internationale SIM-Karte

Kaufen Sie sich eine internationale SIM-Karte: Die Schweizer Post verkauft Prepaid-SIM-Karten, mit denen man im Ausland keine Roaming-Gebühren bezahlt. Mit der Riiing-Karte kann somit im Ausland günstiger telefoniert werden, und auch Anrufe aus der Schweiz, die normalerweise kräftig zu Buche schlagen, sind mit dieser Karte einiges günstiger — in manchen Ländern sogar kostenlos. Die Alternative hierzu ist, eine SIM-Karte im betreffenden Land zu kaufen.

Verweigerung

Schalten Sie das Handy aus oder lassen Sie es gleich zu Hause — nicht telefonieren ist noch immer am günstigsten. Auch das Entgegennehmen von Anrufen kann einen im Ausland teuer zu stehen kommen.

Combox ausschalten

Schalten Sie den Beantworter aus: Die Umleitung auf die Combox läuft im Ausland auf die Rechnung des Empfängers. Zudem bezahlt man ein zweites Mal, wenn man die Nachrichten abhört.

Schnäppchen jagen

Informieren Sie sich über Spezialangebote: Bei Swisscom und Orange kann man beispielsweise Travel-Optionen buchen, bei denen die Tarife im Ausland tiefer sind als mit dem normalen Abo.

weitere infos:

www.orange.ch/coverage/introroaming

www.sunrise.ch/roaming

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.