Oldtimermesse St. Gallen: Auf die Kühe folgten die Oldtimer

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Oldtimermesse St. GallenAuf die Kühe folgten die Oldtimer

Tausende Besucher fanden am Sonntag den Weg in die Olma-Hallen. Eine Woche nach der Olma fand dort zum zehnten Mal die Oldtimermesse statt.

von
qll

Bereits auf dem Weg zum Olma-Gelände stieg den Besuchern der Duft von Benzin die Luft. Vor den Hallen reihten sich auf den Parkplätzen Oldtimer diverser Marken und Jahrgänge aneinander. Und immer wieder brauste ein nostalgisch anmutendes Fahrzeug an einem vorbei. Bei der Halle 1 standen drei Rolls Royce und begrüssten die Besucher.

Von alten Oldtimern bis zu Ersatzteilen wie Lampen, Spiegeln und Tachos: An der 10. Oldtimermesse St. Gallen fanden Oldie-Fans alles, was das Liebhaberherz begehrt. Auch Fachliteratur und Automarken-Bekleidung gab es zu kaufen. Über 100 Aussteller präsentierten am Sonntag ihre Waren und Fahrzeuge.

Schweizweit zweitgrösste Ausstellung

Die Organisatoren Renate und Peter Hürlimann sind mehr als zufrieden: «Wir wollten die Vielfältigkeit alter Autos nach St. Gallen bringen und das haben wir geschafft», sagt Peter Hürlimann. Das Paar selbst hat 25 Oldtimer und 4500 rare Modell-Autos bei sich in Freidorf TG stehen. Als die Hürlimanns 2004 die erste Messe in St. Gallen organisierten, konnte nur eine Halle knapp belegt werden. Seither wuchs die Messe von Jahr zu Jahr. Inzwischen sie nach dem Oldtimermarkt in Freiburg schweizweit die zweitgrösste Ausstellung für historische Fahrzeuge.

Viele Aussteller sind schon seit Anfang an dabei. So auch Josef Egger, Chef der Oldiewerkstatt aus St. Gallen. «Ich liebe alles, was nicht normal ist», sagt Egger. «Und das finde ich hier.» Der 63-Jährige hat schon sein Leben lang an Oldtimern herumgebastelt. Was es nicht mehr gibt, stellt er selber her. Zudem sind die vierrädrigen Senioren für ihn eine gute Anlage. Egger: «Bei Oldtimern gibt es keine Abschreibung wie bei Neuwagen - der Wert steigt sogar noch, je älter das Fahrzeug ist.»

Drei Hallen voller Legenden

Auch Einzelpersonen konnten an der Messe ihre Schätze ausstellen. So zum Beispiel Bruno Riesen: In der Halle 1.1 präsentierte er seinen Butterosi aus dem Jahre 1919 - das älteste Auto der Ausstellung. «Ich würde den Wert des Fahrzeugs auf rund 1,5 Millionen Franken schätzen. Für mich aber ist er unbezahlbar», so Riesen. Der 63-Jährige sammelt seit 40 Jahren Oldtimer - inzwischen besitzt er dreizehn Stück. Seit Eröffnung der Messe St. Gallen war er jedes Jahr als Zuschauer dabei. Dieses Jahr wollte er unbedingt selbst zeigen, was er hat.

Dass die Messe auch für Besucher einen Raum der Selbstdarstellung bietet, zeigte sich auf dem Parkplatz. Dort erwarten Besucher gleich zwei weitere Legenden: ein Talbot aus dem Jahre 1912 und ein Saurer von 1913 - beides Autos mit vielen Messing-Teilen, die nur bei gutem Wetter ausgefahren werden. Auch wurden Autos aus dem Alfa-Romeo-Museum in Arese bei Mailand gezeigt, so etwa das Modell RL Targa Florio aus dem Jahr 1923.

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