Anwohnende sind empört  – «Weil sie die Fahnen stören» – Gemeinde will Bäume fällen 

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Anwohnende sind empört «Weil sie die Fahnen stören» – Gemeinde will Bäume fällen 

In der Nähe einer Schulbushaltestelle in Diesbach GL sollen Bäume gefällt werden, weil sie  Fahnen und die nah gelegene Sammelstelle beeinträchtigen. Mit diesen Begründungen geben sich die Anwohner nicht zufrieden. Es wurde bereits ein offener Brief aufgesetzt. 

von
Shannon Zangger
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Diese Fahnen sollen durch die Baumgruppe beeinträchtigt werden.

Diese Fahnen sollen durch die Baumgruppe beeinträchtigt werden.

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In einem offenen Brief bekundet ein Anwohner sein Unverständnis.

In einem offenen Brief bekundet ein Anwohner sein Unverständnis.

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Die kryptische Beschreibung des Werkbetriebs sorgt bei den Anwohnern für Unverständnis.

Die kryptische Beschreibung des Werkbetriebs sorgt bei den Anwohnern für Unverständnis.

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Darum gehts

  • In Diesbach GL sollen Bäume bei einer Schulbushaltestelle gefällt werden.

  • Die Gemeinde begründet das mit Sicherheitsbedenken. 

  • Anwohnende sind damit nicht einverstanden und können die Argumentation nicht nachvollziehen.

In Diesbach GL sollen Bäume bei einer Schulbushaltestelle gefällt werden. Das führt zu Unverständnis bei den Anwohnenden. Diese schwelgen nostalgischen Gefühlen vergangener Tage nach. «Auf diesen Bäumen sind wir Diesbacher Kinder beim Warten auf den Schulbus geklettert. Ich möchte nicht, dass sie gefällt werden», schreibt eine Userin in einer Facebook-Gruppe.

Bei der Baumgruppe steht ein Schild des lokalen Werkbetriebs, auf dem zu lesen ist, dass die Bäume den Parkplatz, die Entsorgungssammelstelle und die Fahnenmasten beeinträchtigen würden. Doch damit geben sich die Anwohnenden nicht zufrieden: «Die Bäume waren bereits gross gewachsen, als die Fahnen montiert wurden».

In einem Schreiben formuliert ein direkter Anwohner sein Entsetzen über die geplante Baumfällung und argumentiert, dass niemand diese Fahnen wollte und es eine Steuerverschwendung wäre. Er nervt sich, dass zwar Geld für die Erneuerung der Flaggen ausgegeben wird, jedoch nicht für die Baumpflege. 

Sicherheit im Vordergrund

Der Gemeindepräsident von Glarus Süd erklärt 20 Minuten auf Anfrage, aus welchen Gründen die Bäume  weg müssen. «Die Priorität liegt definitiv in der Gewährleistung der Sicherheit. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Bushaltestelle für Kinder und den Ortsbus sowie auch eine Sammelstelle», so Mathias Vögeli.  Bei den Bäumen handelt es sich um herausgewachsene Hagebuche-Sträucher. Die Baumgruppe habe keine richtige Struktur und ist bei allfälligen Windstürmen davon gefährdet, dass Äste abbrechen könnten. «Man muss dieser Gefahr vorbeugen, weil sich tagsüber viele Kinder um diesem Platz befinden.» Unmittelbar vor den Bäumen befindet sich ein Findling, auf dem oft Kinder sitzen, um auf den Bus zu warten. 

Prävention für Runse

Ein weiterer Beweggrund für die geplante Baumfällung ist die sogenannte Runse, ein künstlicher Bach, in dem nicht immer Wasser fliesst. «Zudem drücken die Wurzeln der Bäume gegen das verbaute Wuhr der Runse, sodass die Funktion beeinträchtigt wird», so Mathias Vögeli. Der örtliche «Runsen-Präsident» sowie die «Runser-Korporation» beurteilen die Situation und sehen in den Bäumen ein Risiko. «Als Gemeinde trägt man die Verantwortung für die Sicherheit auf öffentlichem Grund und man muss allfällige Gefahren erkennen und entsprechend vorbeugen. Die Bevölkerung, die sich darüber beschwert, haftet schlussendlich nicht, wenn etwas passieren sollte», sagt Mathias Vögeli.

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