Bandprobe und Sport: Auf diese Freiheiten kannst du dich im März freuen
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Bandprobe und SportAuf diese Freiheiten kannst du dich im März freuen

Abhängen im Jugendtreff, Pfadi und Sport: Bis zu 18-Jährige sollen bald in den Genuss von Corona-Lockerungen kommen. Hier erfährst du, was das genau heissen könnte.

von
Bettina Zanni
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Solange ihr nicht mehr als 15 Personen seid, ist draussen chillen künftig möglich.

Solange ihr nicht mehr als 15 Personen seid, ist draussen chillen künftig möglich.

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«Können auf einer Fläche wieder mehr Jugendliche zusammenkommen, sind zum Beispiel Spiel-Turniere in grösseren Gruppen wieder möglich», sagt Noëmi Wertenschlag vom Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz.

«Können auf einer Fläche wieder mehr Jugendliche zusammenkommen, sind zum Beispiel Spiel-Turniere in grösseren Gruppen wieder möglich», sagt Noëmi Wertenschlag vom Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz.

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Für höchstens 18-Jährige gilt neu, was den bis 16-Jährigen bereits im Lockdown gestattet war. Sie dürfen uneingeschränkt Sport treiben.

Für höchstens 18-Jährige gilt neu, was den bis 16-Jährigen bereits im Lockdown gestattet war. Sie dürfen uneingeschränkt Sport treiben.

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Darum gehts

  • Ab dem 1. März solltest du wieder den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können, sofern du nicht älter als 18-jährig bist.

  • Aktivitäten in Jugendtreffs könnten damit wieder möglich sein.

  • Auch erlaubt wäre, mit mehren Leuten als bisher zu musizieren oder Fussball zu spielen.

  • Noch warten musst du aber, bis du wieder Konzerte besuchen kannst.

Der Bundesrat hat den bis 18-Jährigen einige Zückerchen in Aussicht gestellt. Ab dem 1. März sollen sie wieder den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können. Definitiv darüber entschieden wird nach Konsultation der Kantone am 24. Februar. Darauf kannst du dich freuen:

Draussen abhängen

Maximal fünf Personen dürfen sich aktuell im Freien Treffen. Die Polizei musste in letzter Zeit oft intervenieren, weil sich trotzdem grössere Gruppen versammelten. Bald musst du aber nicht mehr so genau zählen, wenn du draussen mit deinen Kollegen abhängen willst und vielleicht spontan noch ein paar Leute dazukommen. Solange ihr nicht mehr als 15 Personen seid, ist draussen chillen künftig möglich.

Unterhaltung

Die Clubs, Bars und Kinos bleiben zwar weiterhin geschlossen. Dafür kannst du dich in den Jugendtreffs bald wieder vergnügen. «Der Spielraum für Angebote wird für die Fachstellen etwas grösser, natürlich immer unter Einhaltung der Schutzkonzepte», sagt Noëmi Wertenschlag, Mediensprecherin des Dachverbands Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ). Da die Altersgrenze allenfalls auf bis 18-Jährige ausgedehnt werde, könnten wieder vielfältigere Aktivitäten für Jugendliche ab 16 Jahren angeboten werden.

Eine Rolle spielt dabei laut Wertenschlag, welche zurzeit noch nicht bekannten Vorgaben die Verordnung in Sachen Gruppengrösse machen wird. «Können auf einer Fläche wieder mehr Jugendliche zusammenkommen, sind zum Beispiel Spiel-Turniere in grösseren Gruppen wieder möglich.»

Marco Bezjak, Projektleiter der Stiftung Mojuga mit Sitz in Bubikon ZH, hofft, dass die Lockerungen auch kleinere Events in den Innenräumen der Jugendtreffs erlauben. «Zum Beispiel könnten dann wieder Workshops und Spielabende durchgeführt werden.» Ebenso sollte die Jugendarbeit den öffentlichen Raum für Veranstaltungen nutzen dürfen. «Etwa Feuertonnen-Aktionen der Jugendarbeit könnten dann stattfinden. Am wichtigsten aber ist, dass sich Jugendliche in etwas grösseren Gruppen überhaupt wieder im öffentlichen Raum treffen dürfen.»

Sport

Für höchstens 18-Jährige gilt neu, was den bis 16-Jährigen bereits im Lockdown gestattet war. Sie dürfen uneingeschränkt Sport treiben. Es dürfen wieder mehr Personen mitspielen – die 5-Personen-Regel wird aufgehoben. Einem Fussballmatch steht also nichts mehr im Weg. Sportanlagen wie zum Beispiel Turnhallen, Eisbahnen, Hallenbäder und Skaterhallen darfst du uneingeschränkt besuchen. Wettkämpfe sind erlaubt – jedoch ohne Publikum.

Pfadi

Jugendaktivitäten wie Pfadi, Cevi oder Jungschar sind auch während des zweiten Lockdowns offiziell erlaubt. Jedoch riet etwa die Pfadibewegung Schweiz aufgrund der epidemiologischen Lage davon ab. Seit Anfang Februar haben nun einige Gruppen wieder Aktivitäten im Freien durchgeführt. Mit den zusätzlich geplanten Lockerungen hofft der Verband jetzt, dass auch Gruppen in Kantonen, in denen bisher striktere Regeln galten, ihre Aktivitäten wieder aufnehmen können. «Wir begrüssen, wenn Kindern und Jugendlichen weiterhin Freiheiten gewährt werden», sagt Sprecherin Martina Schmid.

Musizieren im grossen Verband

Auf das Musikmachen mit anderen Hobby-Musikern musst du nicht mehr länger verzichten – sofern auch deine Mitmusiker nicht älter als 18 Jahre sind. Bislang galt für Bands und Orchester mit über 16-jährigen Teilnehmern eine 5-Personen-Regel. Nach wie vor nicht erlaubt sind hingegen Auftritte vor Publikum (siehe Box). «In den meisten Orchestern und Ensembles wird der Probebetrieb wohl wieder aufgenommen», sagt Stefanie Hänni, Leiterin der Geschäftsstelle des Schweizer Jugendmusikverbands.

Club-Szene ist skeptisch

Konzertlokale bleiben weiterhin geschlossen. Da das Veranstaltungsverbot in Kraft ist, dürften Konzertlokale die Türen auch nicht öffnen, wenn im Publikum nur unter 18-Jährige sässen. Auch wenn das Bedürfnis wieder zu feiern bei den Jugendlichen gross sei, habe er Verständnis dafür, sagt Alexander Bücheli, Mediensprecher der Schweizer Bar- und Clubkommission. «Für die Clubs kann eine verfrühte Lockerung zu einem Boomerang werden», sagt er. Führten die aktuellen Lockerungsschritte dazu, dass die Infektionszahlen stagnierten oder gar wieder anstiegen, «dann heisst das für die Clubs, noch länger warten zu müssen, bis sie wieder öffnen können».
Als letzte der Kette seien sie diejenigen, die am meisten unter einer verfrühten Öffnung leiden würden, so Bücheli. Vernünftiger wäre seiner Meinung nach, den Lockdown um einen Monat zu verlängern. «Damit das Nachtleben und somit auch die Jugendlichen tatsächlich eine Öffnungsperspektive erhalten.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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