01.04.2018 15:41

Einkaufsverhalten

Auf diese Onlineshops stehen unter 25-Jährige

Schweizer Jugendliche shoppen am liebsten bei internationalen Online-Riesen. Schweizer Anbieter kommen schlechter weg.

von
R. Knecht
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Wie schneiden Onlinehändler bei den 14- bis 25-Jährigen ab? Der Markt- und Meinungsforscher Marketagent liefert die Top Ten.

Wie schneiden Onlinehändler bei den 14- bis 25-Jährigen ab? Der Markt- und Meinungsforscher Marketagent liefert die Top Ten.

Keystone/Gaetan Bally
Platz 10: Alibaba

Platz 10: Alibaba

epa/Long wei
Platz 9: Brack

Platz 9: Brack

Keystone/Christian Beutler

Für junge Schweizer Konsumenten gehört Onlineshopping zum Alltag. Doch auf welchen Plattformen kaufen sie besonders gern ein? Die Jugendstudie der Markt- und Meinungsforscher Marketagent liefert Antworten. 14- bis 25-jährige Schweizer bevorzugen Zalando als Online-Verkaufsplattform. 62 Prozent der Befragten sagten, sie würden dort gern einkaufen.

Auf Platz zwei liegt Amazon (40 Prozent), darauf folgt die Auktionsplattform Ricardo (31 Prozent), die wie 20 Minuten zu Tamedia gehört. Die kompletten Top Ten von Marketagent siehst du in der Bildstrecke.

Kaufst du am liebsten bei Zalando ein oder doch lieber auf Aliexpress? Oder hältst du gar nichts von Onlineshopping?

Schlusslicht im Ranking von Marketagent ist das Ausstattungsportal Westwing – nur 1 Prozent der Befragten kauft gern dort ein. Ebenfalls schlecht schneiden die Migros-Tochter Le Shop (5 Prozent), Coop@home (7 Prozent) und Siroop (10 Prozent) ab. Den chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba schätzen 11 Prozent der 14- bis 25-Jährigen.

Dass selbst namhafte Portale wie Le Shop und Coop@home bei 14- bis 25-Jährigen schlecht abschneiden, hat für Manuel Nappo, Leiter des Institute for Digital Business an der Hochschule für Wirtschaft Zürich, mehrere Gründe. Einer davon sei das Sortiment: «Junge Kunden kaufen selten Haushaltsartikel», so Nappo. Darum überrasche es nicht, dass Anbieter von Elektronikartikeln oder Kleidern besser abschneiden.

Le Shop und Coop@home sind «für die Alten»

Ein weiterer Faktor ist laut Nappo, dass manche Jugendliche die Marken von Coop oder Migros mit den Eltern assoziieren. «Man sagt heute ja auch oft, die Jungen seien nicht mehr auf Facebook, weil alle Eltern dort sind», sagt Nappo. Analog dazu würden die Jugendlichen «coole, junge» Plattformen bevorzugen. «Le Shop und Coop@home sind unter Jugendlichen etwas für die Alten», so Nappo.

In manchen Fällen würden die Unternehmen zudem die junge Kundschaft auch nicht direkt ansprechen. Darum sei es nicht verwunderlich, dass diese andere Anbieter bevorzugt.

Angebote von Grund auf neu konzipiert

Schliesslich gibt es laut Nappo einen grundlegenden Unterschied zwischen Services von Coop und Migros im Vergleich zu Onlineshops wie Zalando oder Digitec. Letztere hätten ihr Angebot von Grund auf konzipiert, während die Detailhändler ihr bestehendes Sortiment einfach neu online anbieten würden. Nappo: «Die Benutzerfreundlichkeit ist bei den von Grund auf entwickelten Diensten oft besser.»

Ein Sprecher von Coop sagt auf Anfrage, Coop@home werde vor allem von Kunden zwischen 35 und 60 Jahren genutzt. Für 14- bis 25-Jährige werde das Angebot der Plattform erst später relevant.

Traditioneller Elektrohandel vor dem Onlinehandel

Bei den Elektro-Händlern behaupten in einer reaktionszeitbasierten Top-oder-Flop-Beurteilung (siehe Box) die primär stationären Händler Media-Markt, Interdiscount und Melectronics die Spitzenposition vor den reinen Onlinehändlern. Digitec und Galaxus nehmen die Plätze vier und fünf ein, was deren Beliebtheit bei den 14- bis 25-Jährigen betrifft.

Eher unbeliebt sind Siroop und Brack. Mehr als die Hälfte der Befragten stufte sie negativ ein. «Gerade Siroop scheint bei den Jugendlichen noch nicht richtig angekommen zu sein», so Cornelia Eck, stellvertretende Geschäftsführerin bei Marketagent.

Warum schneiden Media-Markt und Interdiscount so viel besser ab als etwa Siroop? Das habe unter anderem damit zu tun, dass Siroop noch relativ neu sei. «Sowohl Media-Markt als auch Interdiscount konnten sich während Jahren ein gutes Image im Schweizer Markt aufbauen», so Eck. Es könne zudem sein, dass die Werbung von Siroop die Jugendlichen nicht wie gewünscht erreicht.

Ein Sprecher von Siroop sagt hingegen, im Gegensatz zu diesen Ergebnissen der Studie habe das Unternehmen mit dem jungen Publikum gute Erfahrungen gemacht. Bei Brack heisst es, dass die Zielgruppe des Händlers älter sei als die Befragten der Studie. In Zukunft wolle man aber auch das jüngere Publikum ansprechen.

Über die Studie von Marketagent:

Die Befragung wurde bei 1001 Web-aktiven Deutsch- und Westschweizern im Alter von 14 bis 25 Jahren durchgeführt. Neben offenen und geschlossenen Fragen wurden rund 100 Marken per reaktionszeitbasierter Messmethode überprüft.

Reaktionszeitbasiert heisst, dass die Befragten nur maximal 2 Sekunden Zeit hatten zu entscheiden, ob sie eine Marke positiv oder negativ bewerten. Je schneller die Beurteilung erfolgt, umso grösser ist die Affinität zu der betreffenden Marke.

Welche Marken schätzen Jugendliche besonders? Lesen Sie hier weitere Ergebnisse der Studie inklusive Interview mit dem Geschäftsführer von Marketagent.

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