«The Lego Movie»: Auf diese Steine können Sie bauen
Aktualisiert

«The Lego Movie»Auf diese Steine können Sie bauen

In den USA schlug der Lego-Film ein wie eine Bombe. Das Animationsspektakel hat die Chance, ein Hit zu werden. Fünf Gründe, warum Sie diesen Film sehen müssen.

von
Isabelle Riederer

«The Lego Movie» ist der erste Auftritt der Lego-Figuren in Spielfilmlänge. Glücklicherweise ist das filmische Ergebnis weit entfernt vom anfangs befürchteten Dauerwerbespot.

1. Die Story

Lego City ist eine Dystopie, beherrscht vom allmächtigen und diktatorischen Präsident Business, der Chaos in seinem Reich nicht duldet, seine Bürger mit medialer Dauerbeschallung gleichschaltet und aufmüpfige Legomännchen einfach mal einschmelzen lässt. Bauarbeiter Emmet stolpert eines Tages über einen ganz besonderen Lego-Stein und wird fortan für den Auserwählten gehalten, der die Welt von Präsident Business befreien kann. Er wird von einer Widerstandsgruppe um «die Meisterbauer» rekrutiert – Lego-Figuren, die nicht wie Business' Untertanen stumpf der Bauanleitung folgen, sondern aus ein paar Steinen so ziemlich alles bauen können. Ein chaotischer Ansatz, der dem Präsidenten natürlich zuwider ist, sodass er der Bande schleunigst habhaft werden will. Denn Business will mit Hilfe seiner Geheimwaffe, dem Kragle, die Lego-Männchen und ihre Bauwerke zur ewigen Immobilität verdammen.

Doch die Meisterbauer wollen Business' Plan durchkreuzen. Dem verwegenen Plot wirklich folgen kann Emmet übrigens nicht, denn er hat sich prompt in seine draufgängerische Begleiterin Wildstyle verliebt. Dumm nur, dass diese einen festen Freund hat. Und das ist ausgerechnet Batman, hier ein reichlich von sich selbst überzeugter Superheld, der zwanghaft alle schwarzen Legos für sich beansprucht. Zu dieser Meisterbauer-Truppe gehören auch noch weitere Promis, wie Gandalf, Lincoln, Kitten Unicorn – eine Mischung aus Kätzchen und Einhorn – und Dumbledore. Aber auch die Turtles, Superman, der wieder einmal völlig debil dargestellte Green Lantern, der Rest der Justice League und Ben, der blaue Achtzigerjahre-Astronaut, gehören dazu.

2. Die Macher

Hinter dem Animationsspektakel stecken nicht nur der dänische Hersteller der Noppensteinchen, sondern auch die Regisseure und Drehbuchautoren Phil Lord und Christopher Miller. Mit Filmen wie «Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen» oder dessen Fortsetzung schufen sie gleich zwei erfolgreiche Blockbuster. Die zwei Amerikaner setzten bei «The Lego Movie» auf ihr altbewährtes Prinzip und mischen Nonstop-Action mit Slapstick, etwas Tiefgang und einem Druck auf die Tränendrüse am Schluss.

3. Der Film

«The Lego Movie» legt bei seiner Story ein irrwitziges Tempo vor. Am Anfang könnte man als erwachsener Kinobesucher schon befürchten, diese grelle Show könnte schnell nervig werden. In den ersten Filmminuten wird sogar direkt der entsetzlich eingängige Ohrwurm «Hier ist alles super!» geplärrt. Und dann ertappt man sich dabei, wie man im Minutentakt auflacht. Der Film ist trotz der Dauerberieselung kein bisschen nervig und keine Sekunde langweilig. Die Selbstironie quillt aus jedem Pixel. Charme, Humor und nerdige Insidergags inklusive. Optisch setzt der Film auf einen Stop-Motion-Look mit etwas abgehackten Animationen und sogar hin und wieder Daumenabdrücken auf den Figuren – tatsächlich ist er aber bis auf ganz wenige denkwürdige Ausnahmen im Computer entstanden. Die Illusion funktioniert aber hervorragend.

4. Der Höhepunkt

Geradezu genial ist die finale Wendung, in der «The Lego Movie» vom Trick- zum Realfilm wird. Damit aber hier nicht die ganze Handlung verraten wird, sollten Sie sich im Kino überraschen lassen, um was es sich bei dieser Wendung genau handelt.

5. Das Fazit

«The Lego Movie» verlässt man garantiert mit einem breiten Grinsen, einem Ohrwurm, vielen bunten Bildern und kultverdächtigen Zitaten im Kopf. Wer selbst eine Lego-Sammlung (und dazu noch Kinder) zu Hause hat, sieht diese nun vielleicht mit ein wenig anderen Augen.

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