Vor Showdown in Baku - Auf diese Türken muss die Nati besonders aufpassen
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Vor Showdown in BakuAuf diese Türken muss die Nati besonders aufpassen

Am Sonntag um 18 Uhr geht es für unsere Nati gegen die Türkei um die Wurst. Wir analysieren, vor welchen türkischen Spielern die Schweiz besonders auf der Hut sein muss.

von
Florian Gnägi
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Burak Yilmaz ist bei den Türken Captain und offensive Lebensversicherung zugleich.

Burak Yilmaz ist bei den Türken Captain und offensive Lebensversicherung zugleich.

Pool via REUTERS
Hakan Calhanoglu schoss beim HSV einst gegen Dortmund ein Tor aus 40 Metern und ist auch heute noch stark bei ruhenden Bällen.

Hakan Calhanoglu schoss beim HSV einst gegen Dortmund ein Tor aus 40 Metern und ist auch heute noch stark bei ruhenden Bällen.

Claudio Thoma/freshfocus
Caglar Soyüncü ist der Chef der an dieser EM bislang so wackligen türkischen Abwehr.

Caglar Soyüncü ist der Chef der an dieser EM bislang so wackligen türkischen Abwehr.

AFP

Darum gehts

  • Am Sonntag braucht die Schweiz gegen die Türkei einen Sieg.

  • Die Türken haben nur noch theoretische Chancen auf ein Weiterkommen.

  • Dennoch gibt es im Türkei-Kader einige vielversprechende Spieler.

  • Besonders aufpassen muss die Schweiz auf Goalgetter Burak Yilmaz.

Vor Beginn der EM kannte die Euphorie in der Türkei rund um ihre Nationalmannschaft kaum Grenzen. Nachdem die Bosporus-Kicker 2018 die Teilnahme an der WM in Russland noch verpassten, absolvierten sie die Qualifikation zur EM in überzeugender Manier und schlugen dabei sogar Weltmeister Frankreich zuhause mit 2:0.

Nicht wenige Experten trauten der Mannschaft von Senöl Günes zu, an dieser Endrunde so etwas wie die Überraschungsmannschaft des Turniers zu werden. Umso grösser ist in der traditionell fussballbegeisterten Türkei die Ernüchterung nach zwei Spielen mit 0 Punkten und einem desaströsen Torverhältnis von 0:5 Toren dazustehen.

Es ist wohl keine Übertreibung, die Türkei als das bislang schlechteste Team des Turniers zu bezeichnen. Weder spielerisch noch kämpferisch vermochten die «Ay-Yildizlilar» den Vorschusslorbeeren bislang gerecht zu werden. Dennoch darf die Schweizer Nationalmannschaft ihren letzten Gruppengegner beim alles entscheidenden Spiel um die Achtelfinal-Qualifikation nicht unterschätzen.

Wir stellen drei Schlüsselspieler im türkischen Kader vor, auf die Vladimir Petkovic seine Mannschaft am Sonntag besonders gut einstellen muss.

Burak Yilmaz – Captain und Goalgetter

Beginnen wir mit dem Captain der türkischen Mannschaft. Burak Yilmaz verbrachte mit Ausnahme eines eineinhalbjährigen China-Abenteuers seine gesamte Karriere in seinem Heimatland und spielte dabei für die drei grossen Istanbuler Clubs Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas. Im vergangenen Sommer wagte Yilmaz dann im stolzen Alter von 35 Jahren den Sprung in eine Topliga und landete bei der OSC Lille.

Mit 16 Treffern und 5 Assists hatte der Türken-Oldie einen immensen Anteil daran, dass die Nordfranzosen die Regentschaft von PSG in der Ligue 1 unterbrachen und sich sensationell den Meistertitel holen konnten. An der Seite von Rechtsverteidiger Zeki Celik und Mittelfeldspieler Yusuf Yazici bildete Yilmaz bei Lille ein türkisches Trio, dass vor der EM auch in der Nationalmannschaft zu überzeugen wusste. Erst im vergangenen März brillierte Yilmaz beim 4:2-Sieg gegen die Niederlande mit drei Treffern.

Hakan Calhanoglu – die Nummer 10

Im Zentrum zieht bei den Türken einer die Fäden, den viele Deutschschweizer besonders aus seinen Bundesliga-Zeiten in Erinnerung haben. Hakan Calhanoglu ist der kreative Kopf im Team von Senöl Günes, der nach Stationen bei Karlsruhe, dem HSV und Bayer Leverkusen in Deutschland seit 2017 in Italien bei der AC Mailand sein Geld verdient. Die Stärken der türkischen Nummer zehn liegen definitiv im technischen Bereich. Besonders mit seiner ausgefeilten Schusstechnik vermag Calhanoglu immer wieder mit Treffern aus ferner Distanz und präzisen Standards für Torgefahr sorgen.

Bei den Rossoneri in Mailand wechselten sich die Leistungen von Calhanoglu mit Licht und Schatten ab, dennoch absolvierte der 27-Jährige seit seinem Wechsel in die Serie A jeweils über 30 Liga-Spiele pro Saison und hatte in der abgelaufenen Spielzeit einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass der einstige Topclub Milan Vizemeister wurde und nächste Saison in die Champions League zurückkehrt. Ob Calhanoglu die magischen Nächte in der Königsklasse im San Siro miterlebt, ist dennoch mehr als fraglich, da sein Vertrag in der Lombardei Ende dieses Monats ausläuft. Bleibt aus Schweizer Sicht zu hoffen, dass sich der filigrane Edeltechniker nicht bereits am Sonntag gegen die Mannschaft von Vladimir Petkovic ins Schaufenster für einen lukrativen Transfer spielt.

Caglar Söyüncü – der Abwehrchef

Die Abwehr der Türken galt vor dem Turnier als der am stärksten besetzte Mannschaftsteil. Mit Merih Demiral (Juventus Turin), Ozan Kabak (FC Liverpool) Caglar Söyüncü (Leicester City) fungieren drei Innenverteidiger im türkischen Kader, die in der letzten Saison alle in einer Topliga bei einem Top-5-Club unter Vertrag standen. Nach fünf Gegentreffern in zwei Spielen drängt sich die Feststellung auf, dass die türkischen Defensive definitiv nicht als sattelfest bezeichnet werden kann. Während Kabak an dieser EM bislang noch keine Minute auf dem Platz stand und Demiral gegen Wales nur eingewechselt wurde, spielte Söyüncü zweimal über die volle Distanz.

Trotz dem missratenen Abwehrverhalten gegen Italien und Wales der gesamten Mannschaft, gilt Söyuncü als einer der vielversprechendsten türkischen Spielern im gesamten Kader. Der 25-Jährige durchlief nicht wie viele seiner Nationalmannschaftskollegen eine der Jugendabteilungen eines Grossclubs, sondern spielte in seiner Juniorenzeit für einige kleinere Vereine ehe er bei Altınordu Izmir seine ersten Schritte in der zweithöchsten türkischen Liga absolvierte. 2016 entdeckte ihn der SC Freiburg, wo er nach Startschwierigkeiten unter Christian Streich zu einem kompletten Verteidiger heranwuchs. 2018 folgte dann der 21-Millionen-schwere Wechsel in die Premier League, wo er seither bei Leicester City erfolgreich die englische Liga aufmischt.

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