Abgenutzt und uneben – Auf diesem jämmerlichen Kunstrasen muss die Nati in Litauen spielen
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Abgenutzt und uneben Auf diesem jämmerlichen Kunstrasen muss die Nati in Litauen spielen

Am Dienstag spielt die Schweizer Nati in Vilnius gegen Litauen um die nächsten drei Punkte. Die Stimmung ist nach dem Nordirland-Spiel sehr gut – der Rasen in Litauen eher traurig.

von
Tobias Wedermann
(Vilnius)
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Nati-Stürmer Breel Embolo schaut sich den Kunstrasen im LFF-Stadion an.

Nati-Stürmer Breel Embolo schaut sich den Kunstrasen im LFF-Stadion an.

Toto Marti/Blick/freshfocus
Uneben, abgenutzt – der Kunstrasen macht einen Tag vor dem Spiel keinen guten Eindruck.

Uneben, abgenutzt – der Kunstrasen macht einen Tag vor dem Spiel keinen guten Eindruck.

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Selbst der litauische Nationaltrainer ist unglücklich über den Kunstrasen.

Selbst der litauische Nationaltrainer ist unglücklich über den Kunstrasen.

Darum gehts

  • Die Schweizer Nati will am Dienstag gegen Litauen gewinnen.

  • Eine grosse Herausforderung dürfte dabei der Kunstrasen im Stadion in Vilinus darstellen.

  • Selbst der litauische Coach ist nicht glücklich mit Rasen und Stadion.

«Es geht jetzt auf Kunstrasen, den mögen die Spieler nicht», sagte Nati-Trainer Murat Yakin nach dem Sieg gegen Nordirland in Genf. In Litauen angekommen, zeigt sich der Kunstrasen im LFF Stadion der Hauptstadt Vilnius in einem sehr bescheidenen Zustand – uneben und abgenutzt. Manch ein Schweizer Amateurclub hat in seinem Dorf einen besseren Kunstrasen zur Verfügung. Yakin will sich aber nicht darüber beklagen: «Wenn der Schiedsrichter anpfeift, müssen wir bereit sein. Alles andere ist nicht wichtig.» Man wolle die Tabellenletzten der WM-Quali-Gruppe C dominieren, von Anfang an unter Druck setzen und «natürlich» gewinnen vor rund 150 erwarteten Schweizer Fans, die bis Dienstag anreisen werden.

Dabei wird Yakin -bis auf die Verletzten, darunter Manuel Akanji und Kevin Mbabu sowie den gesperrten Denis Zakaria - keine grossen Wechsel vornehmen. «Am Spielsystem wird sich im Vergleich zum Nordirland-Spiel nichts ändern. Wir werden mit dem bestmöglichen Team in die Partie gehen», so Yakin. Somit wird wohl auch Nico Elvedi in der Innenverteidigung gesetzt sein, der bei einer weiteren Gelben Karte den Gruppenfinal gegen Italien verpassen würde. «Nico ist eine coole Socke, spielt nicht unfair und weiss, wie er in die Zweikämpfe gehen muss

«Wollen das Spiel so schnell wie möglich killen»

Vorfreude hat derweil Yakins Stürmer Breel Embolo, der von der 20-Minuten-Community nach dem Nordirland-Spiel zum mit Abstand besten Schweizer gewählt wurde. Mit Anspielung auf seine Verletzungshistorie sagt der 24-Jährige: «Habe genug Spiele verpasst in meinem Leben, bin morgen wieder fit und freue mich in diesem wichtigen Spiel dabei zu sein.» Er und seine Teamkollegen wollen den Kampf im kalten Litauen von Beginn an aufnehmen. «Wir wollen das Spiel so schnell wie möglich zumachen und killen», so Embolo. Also schnelle Tore erzielen.

Der Sturm-Schützling und sein Coach zeigten sich nach dem ersten Pflichtspiel-Sieg unter Murat Yakin in bester Laune. «Er war doch gar nicht dabei», sagte etwa Embolo zu einem litauischen Journalisten, als dieser Yakin fragte, welche Veränderungen er im Vergleich zum Hinspiel in St. Gallen im Frühling sehe. Damit sorgt er für Gelächter im Medienraum. Und Yakin bringt sich anschliessend gleich selbst herzhaft zum Lachen, als er sagt «wir spielen jetzt offensiver als zuvor.» Ein kleiner Seitenhieb an jene, die dem Ex-Verteidiger mangelnde Qualität im Offensivspiel vorwerfen.

Litauen-Coach schämt sich für Stadion und Kunstrasen

Weniger zum Lachen ist dem Trainer der litauischen Nationalmannschaft - der nach dem ersten Quali-Sieg am Wochenende gegen Bulgarien hoffnungsvoller klingt. Zuvor hatte der Ex-HSV-Profi, Valdas Ivanauskas, noch gegenüber dem Portal «Transfermarkt» gesagt: «Wir sind derzeit nicht konkurrenzfähig. Es fehlt uns einfach die sportliche Qualität» Für Dienstag rechnet sich der Trainer der aktuellen Nummer 137 der Fifa-Weltrangliste trotz des Bulgarien-Sieges wenig Chancen aus – bezeichnet die Schweiz als eines der besten Teams in Europa.

Zum Stadion und dem Rasen hat sich auch Ivanauskas am Montag vor den Medien geäussert: «Ehrlich gesagt müssen wir uns dafür entschuldigen, dass wir auf einem solchen Platz und in einem solchen Stadion Gäste empfangen. Das ist unser Problem. Zum Glück wird nächstes Jahr in Kaunas ein normales, modernes Stadion gebaut – dann spielen wir dort.»

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