Parking Day: Auf diesem Parkplatz kann man sich die Haare schneiden lassen

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Parking DayAuf diesem Parkplatz kann man sich die Haare schneiden lassen

Am Freitag war internationaler Park(ing) Day. In Basel konnte man auf dem Parkplatz zum Coiffeur.

von
Oliver Braams
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Am Freitag wurden in Basel Parklplätze als öffentlicher Raum umgenutzt. Im Gotthelfquartier konnte man sich die Haare schneiden lassen.

Am Freitag wurden in Basel Parklplätze als öffentlicher Raum umgenutzt. Im Gotthelfquartier konnte man sich die Haare schneiden lassen.

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Im Anschluss an den Haarschnitt wurde auf die neue Frisur angestossen. Bei der Aktion geht es darum, anzuregen, dass man den Platz auch als Grünfläche oder – wie in diesem Fall hier – als Begegnungszone nutzen kann.

Im Anschluss an den Haarschnitt wurde auf die neue Frisur angestossen. Bei der Aktion geht es darum, anzuregen, dass man den Platz auch als Grünfläche oder – wie in diesem Fall hier – als Begegnungszone nutzen kann.

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Auf diesem Parkfeld wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. 

Auf diesem Parkfeld wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. 

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Darum gehts

  • Am Freitag fand in Basel der Park(ing) Day statt.

  • Auf markierten Parkfeldern wurden temporäre und öffentlich zugängliche Aktionen abgehalten.

  • Dank der Umnutzung konnte man sich draussen die Haare schneiden lassen.

Am Freitag wurden in Basel zahlreiche Parkfelder umgenutzt. Im Rahmen des internationalen Park(ing) Days wurden am Strassenrand kurzzeitig öffentlich zugängliche Orte geschaffen, wo man gemeinsam ein Cüpli trinken konnte. Oder wo man gemeinsam zu Mittag essen konnte. Oder wo die Kinder einer Tagesstruktur für einmal den Platz an der Strasse für sich beanspruchten. 

Oder wo man sich die Haare schneiden lassen konnte. Genau das war möglich, weil der «Gwaför» im Basler Gotthelfquartier seinen Salon kurzerhand an die freie Luft gezügelt hat. Mit etwas Glück bekamen die Passanten, die noch keinen Termin hatten, hier einen Haarschnitt verpasst. Im Anschluss konnten sie gleich mit weiteren Nachbarn auf die neue Frisur anstossen.

Die Aktion kam ebenfalls beim Haareschneiden zustande, wie Martina Senn, eine Kundin der Coiffeusen, gegenüber 20 Minuten sagt. Sie und die Coiffeusen hatten die Idee gemeinsam. Gleichzeitig ist Senn Mitglied der Basler Regionalgruppe des Vereins umverkehR, der die ganze Aktion koordiniert hatte.

Grünflächen und Begegnungszonen

Senn sagt: «Wir finden, das Stadtbild und das Quartierleben sind stark von Autos geprägt. Mit der Umnutzung der Parkfläche wollen wir anregen, dass man diesen Raum auch als Grünfläche oder – wie in diesem Fall hier – als Begegnungszone nutzen kann.» Das sei ein echtes Bedürfnis in der Nachbarschaft. Auch wenn es nicht so laut vertreten werde, wie der Wunsch nach Parkplätzen.

«Ein Autofahrer hat kurz gestoppt, lachend einen Orangensaft bestellt. Er ist dann aber davon gefahren», sagt Senn angesprochen auf die Reaktionen auf die Parkplatz-Besetzung. Generell stiesse die Aktion auf viel Verständnis. Die Veranstaltenden holten für die Parkfelder im Vorfeld Bewilligungen ein und steckten den Raum mit den offiziellen mobilen Parkverbotsschildern ab.

San Francisco im Jahr 2005

In Basel wurden von verschiedenen Gruppierungen rund 15 Parkfelder umgenutzt. Schweizweit sollen dieses Jahr über 80 Aktionen durchgeführt worden sein, heisst es bei umverkehR. Der Park(ing) Day ist mittlerweile eine globale Aktion.

Zum ersten Mal wurde 2005 in San Francisco ein Parkfeld von einer Gruppe von Designern zu einem Mini-Park mit einem Kunstrasen, einem Bäumchen und einer Sitzbank umgewandelt. Die Aktion war legal, denn sie bezahlten die ordentliche Gebühr für den Parkplatz.

Ihr Argument: Es gibt sinnvollere Möglichkeiten, als den öffentlichen Raum mit Autos zuzustellen. Zum Beispiel man bespielt sie wie in Basel 17 Jahre später: Gegen Abend sollen auf mehreren Parkfeldern Konzerte über die Bühne gehen.

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