Makaber oder schön?: Auf diesen Bildern leben Tote weiter
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Makaber oder schön?Auf diesen Bildern leben Tote weiter

Früher war vieles anders. So gehörte es lange zum guten Ton, verstorbene Familienangehörige für Fotos in Szene zu setzen.

von
Fee Riebeling
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Wer nicht weiss, dass es sich bei dieser Aufnahme um ein Beispiel für Totenfotografie handelt, nimmt an, dass das eine Mädchen während des Shootings eingenickt ist.

Wer nicht weiss, dass es sich bei dieser Aufnahme um ein Beispiel für Totenfotografie handelt, nimmt an, dass das eine Mädchen während des Shootings eingenickt ist.

PD
Das gleiche könnte man auch bei diesem Bild denken. Der Verstorbene wurde so arrangiert, dass sein rechter Arm den leblosen Kopf stützt und vor dem Abknicken bewahrt.

Das gleiche könnte man auch bei diesem Bild denken. Der Verstorbene wurde so arrangiert, dass sein rechter Arm den leblosen Kopf stützt und vor dem Abknicken bewahrt.

PD
Bei dieser Fotografie ist es die Schulter der Mutter, die den Körper der verstorbenen Tochter stützt.

Bei dieser Fotografie ist es die Schulter der Mutter, die den Körper der verstorbenen Tochter stützt.

PD

Fotos sind seit vielen Jahrzehnten das Medium der Wahl, wenn es darum geht, Erinnerungen festzuhalten. Doch was heute kaum etwas kostet, ging früher richtig ins Geld. Deshalb liessen die Menschen zu Zeiten Königin Victorias von England nur hin und wieder Aufnahmen von sich und ihrer Familie anfertigen.

Weil zwischen den einzelnen Fototerminen oft viel Zeit verstrich, kam es vor, dass der Tod dem Fotografen zuvorkam. Nicht nur hatten die Menschen dann den Verlust eines Angehörigen zu beklagen, sondern oft auch das Nichtvorhandensein eines Erinnerungsfotos. Deshalb entschieden sich viele Familien, den Verstorbenen mit aufs Foto zu nehmen.

Viel Aufwand betrieben

Weil man mit der sogenannten Post-mortem-Fotografie nicht schocken, sondern die Erinnerung an einen lieben Menschen bewahren wollte, bemühte man sich, den Körper des Verstorbenen so lebensecht wie möglich darzustellen. Deshalb scheint es auf manchen Bildern so, als würde die betreffende Person schlafen. Kinder wurden oft in einer Krippe liegend, auf einem Stuhl sitzend oder mit ihrem Lieblingsspielzeug posierend abgelichtet. Alternativ wurden sie auch von einem Familienmitglied gestützt.

Erst später ging man dazu über, den Verstorbenen im offenen Sarg zu porträtieren. Blumen, wie Vergissmeinnicht und Lilien, wurden vermehrt in die Bilder eingebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts verlor die Totenfotografie an Bedeutung und verschwand beinahe völlig.

Eine Auswahl historischer Aufnahmen haben wir für Sie in der Bildstrecke zusammengestellt.

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