Ab Montag: Auf einen Schlag 20 Prozent mehr Einbrüche
Aktualisiert

Ab MontagAuf einen Schlag 20 Prozent mehr Einbrüche

Die Versicherungsgesellschaft Allianz Suisse warnt vor einem massiven Anstieg von Einbrüchen mit der Zeitumstellung. Die Hauseigentümer sollen ihre Heime besser schützen.

von
Vroni Fehlmann
Ab Montag nehmen die Einbrüche laut der Allianz wieder massiv zu.

Ab Montag nehmen die Einbrüche laut der Allianz wieder massiv zu.

Am Sonntag ist es wieder so weit, die Uhren werden wie jedes Jahr eine Stunde zurück gestellt. Und damit steigt offenbar auch die Gefahr eines Einbruchs: Die Allianz Suisse verzeichnet jedes Jahr direkt nach der Zeitumstellung auf einen Schlag rund 20 Prozent mehr Schadensmeldungen. Im ganzen Winter sind es rund 30 Prozent mehr Fälle als im Sommer, wie es in einer Mitteilung heisst. Laut dem Bundesamt für Statistik gäbe es im November fast doppelt so viele Einbrüche wie etwa im Juli.

Dass es bei einer Zeitverschiebung von nur einer Stunde zu einem solch massiven Anstieg kommen kann, begründet Allianz-Sprecher Harry Meier mit der Dämmerung: «Es handelt sich eben um eine entscheidende Stunde. Vorher hatten Sie bei Feierabend noch Tageslicht, danach ist es bereits dunkel. Täter nutzen die frühe Dunkelheit und schlagen zu, bevor Haus- oder Wohnungsbesitzer zu Hause sind.» Im Durchschnitt verursache ein Einbruch 5'275 Franken Schaden. Im Jahr 2012 betrug die Gesamtsumme der Schäden 24 Millionen Franken.

Keine Büsche und gute Nachbarn

Laut Meier liegt das Kernproblem bei der fehlenden Sensibilisierung der Hauseigentümer und Mieter. «Die Schweiz ist ohnehin ein attraktives Land für Einbrecher, weil es eine reiche Nation ist, die noch nicht genug Wert auf den Einbruchsschutz legt.» Jörg Zinsli, Leiter Schaden bei der Allianz Suisse, bestätigt: «Im Schutz der Dunkelheit ist es für Diebe oft ein Leichtes, sich an schlecht gesicherten Türen und Fenstern zu schaffen zu machen, ohne von den Nachbarn oder Passanten gesehen zu werden.» Laut der Kantonspolizei Basel-Stadt reiche den Tätern in 90 Prozent der Fälle ein Schraubenzieher, um in eine Wohnung zu gelangen.

Die eigenen vier Wände können laut Meier mit einfachen Mitteln sicherer gemacht werden. Er rät beispielsweise, in der Wohnung oder ums Haus herum Lichtquellen, Alarmanlagen oder Bewegungsmelder zu installieren. Diese wirkten abschreckend. Mit Zeitschaltuhren liessen sich auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sichern. Ausserdem solle man dafür sorgen, dass keine Büsche die Sicht zu den Fenstern und Eingängen versperren. Denn diese würden Einbrechern zusätzlichen Schutz bieten. Äusserst effektiv seien auch gute Türen mit sicheren Schlössern, welche laut Meier derzeit bei vielen Schweizern noch fehlten. «Am meisten wert sind allerdings gute Nachbarschaftsverhältnisse.»

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