Aktualisiert 18.06.2020 07:38

Einst war er der «Hurensohn»Auf einmal setzt sich Trump für Kaepernick ein

Mit seinem Kniefall stand er am Anfang der Protestbewegung und erzürnte so den US-Präsidenten. Über drei Jahre ist Colin Kaepernick schon ohne Job. Hat das Warten jetzt ein überraschendes Ende?

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Am 12. September 2016 knieten Eric Reid (35) und Quarterback Colin Kaepernick (7) während dem Abspielen der Nationalhymne vor dem NFL-Spiel ihrer San Francisco 49ers gegen die Los Angeles Rams.

Am 12. September 2016 knieten Eric Reid (35) und Quarterback Colin Kaepernick (7) während dem Abspielen der Nationalhymne vor dem NFL-Spiel ihrer San Francisco 49ers gegen die Los Angeles Rams.

Foto: Keystone
Kaepernick wurde zum Gesicht einer ganzen Bewegung, wurde dafür aber von den San Franciso 49ers freigestellt.

Kaepernick wurde zum Gesicht einer ganzen Bewegung, wurde dafür aber von den San Franciso 49ers freigestellt.

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Seit 2017 ist er ohne Vertrag. Im Zug der aktuellen Protestbewegung gegen Rassismus spricht sich sogar Donald Trump für ein Comeback des 32-Jährigen aus.

Seit 2017 ist er ohne Vertrag. Im Zug der aktuellen Protestbewegung gegen Rassismus spricht sich sogar Donald Trump für ein Comeback des 32-Jährigen aus.

Foto: Keystone

US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend für ein NFL-Comeback von Quarterback Colin Kaepernick ausgesprochen. «Wenn er es verdient, sollte er zurückkommen, falls er spielbereit ist», sagte Trump in einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Interview-Ausschnitt mit einem Journalisten der Sinclair-Mediengruppe. Kaepernick müsse aber in der Lage sein, gut zu spielen. «Wenn er nicht gut spielen kann, dann denke ich, es wäre unfair», sagte Trump.

Kapernick war 2016 der erste NFL-Profi, der bei der Nationalhymne kniete, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und Rassismus zu demonstrieren. Der inzwischen 32-jährige Footballer ist seit 2017 ohne Vertrag. Das Thema Polizeigewalt und Rassismus ist seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai sehr präsent und hat zu zahlreichen Demonstrationen mit hunderttausenden Teilnehmern geführt.

Zuletzt hatte NFL-Boss Roger Goodell gesagt, er würde eine Mannschaft, die Kaepernick unter Vertrag nehme, dazu ermuntern und unterstützen. Der Trainer der Los Angeles Chargers, Anthony Lynn, bekundete am Mittwoch sein grundsätzliches Interesse an Kaepernicks Fähigkeiten. Kontakt gehabt habe er mit dem Sportler aber nicht.

Trumps Kritik an knienden Sportlern

Trump hatte sich 2016 öffentlich an Kaepernick und dessen Protestform abgearbeitet. Er nannte ihn einen «Hurensohn» und kritisierte ihn dafür, die Flagge der USA nicht zu respektieren. Erst vor kurzem erneuerte Trump seine Kritik an knienden Sportlern und kündigte an, die NFL und auch die Fussball-Profi-Liga MLS nicht mehr intensiv verfolgen zu wollen, weil die beiden Ligen ihren Spielern das Knien bei der Hymne erlauben.

«Ich war sehr enttäuscht über die NFL, als sie ihre Stellungnahme veröffentlicht haben, und ich war sehr enttäuscht über US Soccer. Wir unterstützen US Soccer und jetzt kommen sie und sagen, man kann tun was man will. Nein. Wir müssen Respekt haben vor unserer Flagge und unserer Nationalhymne», sagte Trump in einer weiteren Sequenz des Interviews.

(DPA)

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