06.09.2019 21:23

Coiffeurin und JägerinAuf ihrem Teller landet nur selbstgeschossenes Wild

Sändy Ryffel besitzt einen Coiffeur-Salon in Chur und sie geht auf die Jagd. 20 Minuten hat mir ihr über ihre Passion gesprochen.

von
Lucien Esseiva
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Sändy Ryffel (29) führt einen Coiffeur-Salon in Chur, seit sechs Jahren ist sie passionierte Jägerin. Hier posiert sie mit ihrem ersten selbsterlegten Tier, einer Rehgeiss.

Sändy Ryffel (29) führt einen Coiffeur-Salon in Chur, seit sechs Jahren ist sie passionierte Jägerin. Hier posiert sie mit ihrem ersten selbsterlegten Tier, einer Rehgeiss.

Ihr geht es nicht primär um den Jagderfolg. «Das Ganze drumherum macht die Jagd aus. Das Hüttenleben, die entspannte Zeit im Wald, Tiere beobachten, die Natur auf eine andere Art kennen lernen», sagt Ryffel im Gespräch mit 20 Minuten.

Ihr geht es nicht primär um den Jagderfolg. «Das Ganze drumherum macht die Jagd aus. Das Hüttenleben, die entspannte Zeit im Wald, Tiere beobachten, die Natur auf eine andere Art kennen lernen», sagt Ryffel im Gespräch mit 20 Minuten.

Ihr ist es wichtig, den Nutzen der Jagd hervorzuheben. Sie weiss: «Die Jagd ist wichtig für die Gesundheit des Waldes und der Tiere. Eine Überpopulation der Wildbestände würde eine Ausbreitung von Krankheiten und Nahrungsmangel zur Folge haben.»

Ihr ist es wichtig, den Nutzen der Jagd hervorzuheben. Sie weiss: «Die Jagd ist wichtig für die Gesundheit des Waldes und der Tiere. Eine Überpopulation der Wildbestände würde eine Ausbreitung von Krankheiten und Nahrungsmangel zur Folge haben.»

Sändy Ryffel, wie sind Sie zum Jagen gekommen?

Durch meinen Mann, den ich auf der Hochjagd begleitete. Zufällig durfte ich dabei sein, als mein Mann einen Hirsch erlegte, und mir war klar: Ich möchte auch selber jagen.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Keine meiner Kolleginnen jagt, und es ist für Nichtjäger manchmal schwierig, alles genau zu verstehen. Darum ist es mir wichtig, negative Kritik an der Jagd aus der Welt zu schaffen.

Wie machen Sie das?

Indem ich erkläre, dass die Jagd wichtig für die Gesundheit des Waldes und der Tiere ist. Eine Überpopulation der Wildbestände würde eine Ausbreitung von Krankheiten und Nahrungsmangel zur Folge haben.

Können Sie sich an Ihre erste eigene Jagd erinnern?

Mein erstes Jahr selbst auf der Pirsch war schon ein komisches Gefühl, und ich war froh, dass ich im ersten Jahr bereits Jagdglück hatte.

«Nach dem ersten Schuss war ich von Tränen überströmt»

Was war das für ein Gefühl?

Der Finger war am Abzug, zielen, durchatmen und schiessen. Irgendwie ging alles in Zeitlupe und trotzdem sehr schnell. Nachladen und warten. Dann sah ich das Tier liegen und war von Tränen überströmt. Mein ganzer Körper zitterte. Mein Mann begleitete mich zur erlegten Rehgeiss und wir ehrten das Tier mit dem letzten Bissen. Die Freude, dass alles perfekt abgelaufen war, war überragend, die Emotionen und Gefühle unbeschreiblich.

Empfinden Sie manchmal Mitleid mit den Tieren?

Für mich ist es am wichtigsten, dass das Tier nicht leiden muss und der Schuss schnell tödlich ist.

In welchen Momenten drücken Sie nicht ab?

Wenn der Schuss nicht weidmännisch wäre, das heisst, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich einen sicheren Schuss abgeben kann.

«Pflichtbewusste Jägerinnen und Jäger sind viel wichtiger als das Geschlecht»

Essen sie überhaupt noch Fleisch aus dem Supermarkt?

Hauptsächlich esse ich natürlich Fleisch aus eigener Jagd. Seit ich selbst jage, kaufe ich bewusster Fleisch ein, nach Möglichkeit beim Metzger.

Warum sollte man Jägerin werden?

Die Jagd muss man erleben, um diese Passion zu verstehen. Man verbringt sehr viel Zeit in der Natur, auch viele Tage ohne Jagdglück. Die Erlebnisse, die mit Freunden geteilt werden, das sehr einfache Hüttenleben und der Abstand zur hektischen Zivilisation machen das Jagen toll.

Braucht es mehr Jägerinnen?

Die Jagd braucht meiner Meinung nach nicht mehr oder weniger Frauen. Das Jagen ist eine Leidenschaft, die Männer und Frauen ausüben können. Weidmännische und pflichtbewusste Jägerinnen und Jäger sind viel wichtiger als das Geschlecht.

Wild aus Schweizer Jagd ist ökologisch, fettarm und gesund. Weil sich Wildtiere ausschliesslich von Pflanzen aus der Natur ernähren ist ihr Fleisch oft reicher an Omega-3-Fettsäuren, als das von Zuchtieren.

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