Aktualisiert 18.09.2014 11:23

Frauenfeld

Auf Kameraden gefeuert - 400 Franken Busse

Im Jahr 2010 feuerten Artillerietruppen in Frauenfeld Granaten in Richtung eines Kameraden. Dieser war unterwegs, um eine Joggerin zu suchen.

von
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Zwei Panzerhaubitzen des Typs M-109.

Zwei Panzerhaubitzen des Typs M-109.

Während einer Übung in Frauenfeld geriet Anfang Juni 2010 ein Soldat unter Beschuss. Ein beteiligter WK-Soldat schilderte später der «Aargauer Zeitung», wie es zu dem Vorfall kam. Demnach machte sich auf dem Waffenplatz Frauenfeld eine Batterie Panzerhaubitzen des Typs M109 bereit für ein Übungsschiessen. «Doch plötzlich hiess es, im Zielraum sei ein Jogger gesichtet worden», so der Mann. Die Übungsleitung schickte einen Soldaten der Aufklärer-Kompanie in den Zielhang, um das Gebiet nach dem Jogger abzusuchen. Ihn begleitete ein Mitarbeiter des Waffenplatzes, wobei sich der Jogger später als Joggerin entpuppte.

Wie im Krieg

Während der Soldat sich noch mit dem Mitarbeiter und der Joggerin im Zielgelände aufhielt, wurde es plötzlich ernst. In seiner unmittelbaren Nähe schlugen 21 Granaten ein.

Um diese Aktion zu rekonstruieren, brauchte der militärische Untersuchungsrichter über anderthalb Jahre. Aus dem Bericht geht nun hervor, dass sich die drei Personen bei der Schussabgabe nicht mehr im Gefahrenbereich befanden, aber noch sehr nahe dran. Jedenfalls kam sich der Soldat wie im Krieg vor. Dies bestätigt der Informant gegenüber der Zeitung: «Unser Kommandant hat uns ummittelbar nach dem Vorfall mitgeteilt, dass es dem Soldaten nicht gut gehe und er unter schwerem Schock stehe.»

Nicht informiert worden

Während des Vorfalls hatte der Übungsleiter per Funk befohlen, das Feuer einzustellen. Wie die «Thurgauer Zeitung» nun berichtet, wurden die Operateure des elektronischen Feuerleitsystems aber nicht darüber informiert. So erteilte das Leitsystem trotzdem einen Feuerbefehl und zwei Batterien feuerten die 21 Granaten in den Zielhang. Die beiden Kommandanten der beiden Batterien führten den Befehl aus, ohne sich zu erkundigen, ob der mündliche Befehl noch gelte oder nicht. Sie wurden nun mit 400 Franken gebüsst.

Wie die Joggerin auf das Gelände kommen konnte, wurde hingegen nicht untersucht.

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