Aktualisiert 29.10.2007 10:09

Auf Kirchner folgt Kirchner

Die Argentinier haben zum ersten Mal eine Frau ins höchste Staatsamt gewählt: Die bisherige First Lady Christina Fernández de Kirchner lag nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen so deutlich in Führung, dass eine Stichwahl ausgeschlossen war.

Die 54-jährige Senatorin übernimmt damit am 10. Dezember das Präsidentenamt von ihrem Ehemann Nestor Kirchner.

«Wir haben deutlich gewonnen», erklärte sie bei einem Auftritt am Wahlabend an der Seite ihres Mannes. «Aber das bringt uns nicht in eine privilegierte Position, sondern vielmehr in eine Position mit grösseren Verantwortungen und Verpflichtungen.»

Nach Auszählung von vier Fünfteln aller Stimmen erhielt Fernández de Kirchner 44 Prozent. Die Mitte-links-Kandidatin Elisa Carrio erreichte demnach 23 Prozent, der frühere Wirtschaftsminister Roberto Lavagna 17 Prozent. Carrios Sprecher erklärte, sieben Parteien hätten eine Beschwerde wegen verloren gegangener oder gestohlener Wahlzettel eingereicht.

Fernández de Kirchner wurde als erste Frau zur Präsidentin gewählt, die erste Frau in diesem Amt ist sie allerdings nicht. Die Ehefrau von Juan Person, Isabel Peron, war Vizepräsidentin, als ihr Mann 1974 starb. Sie war 20 Monate im Amt, bevor sie bei einem Militärputsch gestürzt wurde.

Die Senatorin war als klare Favoritin in die Wahl gegangen. Für den Sieg bereits in der ersten Runde waren entweder 45 Prozent der Stimmen oder ein Stimmenanteil von 40 Prozent bei einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten gegenüber dem zweitplatzierten Kandidaten erforderlich. Für die 27,1 Millionen registrierten Wähler bestand Wahlpflicht.

(sda)

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