Mutter entlastet: Auf Kompost gefundenes Baby wurde tot geboren
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Mutter entlastetAuf Kompost gefundenes Baby wurde tot geboren

Im Juli 2011 machten Passanten einen schrecklichen Fund in Bellach SO: ein totes Baby. Wie die Ermittlungen nun zeigen, war das Kind bereits tot, als es zur Welt kam. Die Mutter wird damit entlastet.

Auf diesem Kompost wurde die Baby-Leiche entdeckt.

Auf diesem Kompost wurde die Baby-Leiche entdeckt.

Nach dem Auffinden eines toten Säuglings im Jahr 2011 hat die Berner Justiz das Verfahren gegen die Mutter eingestellt. Nach Ermittlungen steht fest, dass das Kind bereits tot zur Welt gekommen war.

Der Leichnam des Neugeborenen wurde im Juli 2011 in einer Kompostieranlage in Bellach im Kanton Solothurn gefunden. Das tote Kind lag in einem Haufen Schwemmholz, der aus dem Rechen des Kraftwerks Flumenthal stammte.

Plötzlich Bauchweh gehabt

Die Spur führte die Ermittler schliesslich ins Emmental, wo sie eine 20-jährige Frau als Mutter des Kindes identifizierten. Die junge Frau habe das Kind an ihrem Domizil zur Welt gebracht, heisst es in einer Mitteilung der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau und der Berner Kantonspolizei vom Dienstag.

Trotz aufwändiger rechtsmedizinischer Untersuchungen habe der Mutter keine strafbare Handlung nachgewiesen werden können. In der Tageszeitung «Blick» berichtete die junge Frau Ende August 2011, sie habe nicht bemerkt, dass sie schwanger sei. An einem Wochenende habe sie plötzlich Bauchweh gehabt und sei an der Emme spazieren gegangen.

Mutter muss bezahlen

Dort habe sie das Baby zur Welt gebracht. Es sei ganz blau gewesen und habe nicht gelebt, sagte die junge Frau damals im «Blick». Das Bübchen habe sie auf einen Stein gelegt und plötzlich sei es vom Wasser weggetragen worden.

Das Verfahren gegen die Mutter ist zwar vom Tisch, doch brummte die Staatsanwaltschaft der jungen Frau die Kosten des Verfahrens auf. Dies deshalb, weil die junge Frau den Leichnam in der Emme ablegte und damit die Untersuchungen überhaupt erst auslöste.

Ausserdem habe sie die Ermittlungen durch falsche Aussagen verzögert, argumentiert die Staatsanwaltschaft. Der Entscheid ist bereits rechtskräftig. (sda)

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