«Open Water»: Auf offener See vergessen
Aktualisiert

«Open Water»Auf offener See vergessen

THRILLER – Alle paar Jahre sorgt ein Indie-Film wie etwa «The Blair Witch Project» bei Publikum, Filmkritikern und Produzenten für einstimmigen Jubel.

Mit «Open Water» verhielt es sich ähnlich – zumindest in Amerika, wo die Low-Budget-Produktion sensationelle 30 Millionen Dollar einspielte.

Als Hauptquelle der Geschichte dient der Fall eines amerikanischen Ehepaares, das 1998 von einem Tauchunternehmen auf offener See vergessen wurde und seitdem verschollen ist. Im Film handelt es sich bei den Protagonisten um ein Yuppie-Pärchen, das sich zur Ablenkung vom beruflichen Stress Strandurlaub gönnt. Als sich die beiden nach einem Tauchausflug plötzlich allein mitten im Ozean wiederfinden, ohne eine Spur ihres Ausflugsboots, halten sie das Ganze für einen schlechten Scherz.

Einem Streit, wer die Schuld an ihrer misslichen Lage trägt, folgt Angst und Panik. Bald beginnt für die beiden ein beispielloses Martyrium: Das Wasser ist kalt, aber nicht kalt genug, um sie umzubringen. Richtig unheimlich wird es dann in der Nacht, als Quallen und Haie sich bemerkbar machen.

«Open Water» verharrt in der Perspektive seiner ausgelieferten Protagonisten bis zur Schmerzgrenze. Wer aber an «Der weisse Hai» denken muss, liegt falsch. Abgerissene Glieder und blutige Hai-Rachen kriegt man hier nicht zu sehen. Doch gerade der Verzicht auf Action zugunsten eines perfiden Spiels mit menschlichen Urängsten lassen den Zuschauer sich vor Entsetzen im Sessel winden.

Philippe Zweifel

«Open Water» mit Blanchard Ryan, Daniel Travis, Regie: Chris Kentis, Impuls.

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