Fürs Nachtleben: Auf Partyexpedition in der Westschweiz

Aktualisiert

Fürs NachtlebenAuf Partyexpedition in der Westschweiz

Im Kampf gegen Betrunkene und Auseinandersetzungen holt sich die Bundesstadt Tipps aus Lausanne. Dafür stürzte sich auch Sicherheitsdirektor Reto Nause ins Nachtleben.

von
Sonja Mühlemann
Nause und Co. auf Partyexpedition in Lausanne: Die Behörden wollen von den Westschweizer lernen, wie man das Partyvolk besser in den Griff kriegt.

Nause und Co. auf Partyexpedition in Lausanne: Die Behörden wollen von den Westschweizer lernen, wie man das Partyvolk besser in den Griff kriegt.

In der «Partystadt der Westschweiz» waren vergangenes Wochenende der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause, Vertreter der Kapo und Delegierte des Berner Nachtlebens unterwegs. Die Welschen Kollegen zeigten auf der Partyexpedition stolz, wie sie seit zwei Monaten die 30 000 Nachtschwärmer mit strengeren Regeln bändigen. «Sie verpflichten die Clubs zur Mitarbeit – wer Auflagen nicht ­einhält, kassiert kürzere Öffnungszeiten», sagt der Berner Sicherheitsdirektor Nause. Er wolle die gewonnen Ideen nun auswerten und sie je nach ­Ergebnis ins Nachtlebenkonzept einfliessen lassen.

Nachtleben-Exponenten fordern Augenmass

Die Lausanner Regeln gehen dem Verein Pro Nachtleben zu weit. Beeindruckt ist man hingegen von der engen Zusammenarbeit zwischen Polizei und Club-Securities. «Die Discos schauen auch rund um die Clubs zum Rechten – Hand in Hand mit der Polizei», sagt Thomas Berger. Er wünsche sich, dass das ähnliche Pilotprojekt in der Berner Party­meile an der Aarbergergasse schnellstmöglich auf die ganze Stadt aus­gedehnt werde. Andere Erkenntnisse hat die Bar und Club Kommission (Buck) im Ausgang mit den Politikern gewonnen: «Die Welschen sehen das Nacht­leben als Bereicherung und nicht als Problem an – das sollten sich die Berner Politiker abschauen», sagt Buck-Präsident Adrian Iten. Der Berner Gemeinderat stellt Ende Sommer das neue Berner Nachtlebenkonzept vor.

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