Zürich: Auf Polizist geschossen, in Therapie gelandet
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ZürichAuf Polizist geschossen, in Therapie gelandet

Das Bezirksgericht Zürich hat eine Frau, die auf einen Polizisten geschossen hatte, für nicht schuldfähig erklärt. Sie wurde in eine ambulante Therapie eingewiesen.

Die Richter verzichteten damit auf Schuldsprüche wegen mehrfacher Lebensgefährdung sowie mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte.

Die 44-jährige Mutter war geständig, der Sachverhalt vor Gericht unbestritten: Die Schweizerin hatte sich am 29. März 2008 nach einem Ehestreit auf die Strasse begeben. Dort wurde ein Passant auf sie aufmerksam. Er brachte die verwirrte Frau auf den Polizeiposten der Regionalwache Wiedikon, wo die Beamten versuchten, sie zu beruhigen und ihre Personalien aufnehmen. Doch die Situation eskalierte. Die Frau zog plötzlich einem Polizisten dessen geladene Pistole aus dem Holster und gab zwei Schüsse auf ihn ab. Eine Kugel streifte seine Hose, die zweite traf die Wand. Die Frau kauerte sich dann nieder und richtete die Dienstwaffe gegen einen zweiten Beamten. Dieser zog ebenfalls eine Waffe und forderte die Frau auf, die Waffe wegzulegen. Sie gehorchte und konnte überwältigt werden. Danach wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.

Ein Gutachten ortete bei der Mutter eine paranoide Schizophrenie. Aus diesem Grund waren sich vor Gericht alle Parteien über ihre Schuldunfähigkeit einig. Bereits heute besucht die Frau regelmässig eine ambulante Massnahme und wird medikamentös behandelt. (dapd)

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