Aktualisiert 01.02.2019 12:23

Grow UpAuf Reise? So verhinderst du eine AHV-Lücke

Es droht eine AHV-Lücke, wenn du auf Weltreise gehst oder länger im Ausland lebst. Was kannst du dagegen tun? Unbedingt weiterlesen!

Darum geht es im Schweizer Vorsorgesystem.

Es ist schon klar: Die Altersvorsorge ist kein Thema, über das man oft und gern nachdenkt. Schon gar nicht, wenn die eigene Pensionierung noch weit weg ist. Wichtig ist die Altersvorsorge trotzdem. Und es braucht gar nicht so viel, damit du halbwegs beruhigt alt werden kannst.

Die erste Säule

Das Schweizer Vorsorgesystem basiert auf drei Säulen (mehr dazu im Video unten). Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (kurz AHV) ist die erste Säule. Bist du erwerbstätig, musst du ab dem 1. Januar nach deinem 17. Geburtstag AHV-Beiträge zahlen. Bist du nicht erwerbstätig (etwa, weil du studierst), zahlst du ab dem 1. Januar nach deinem 20. Geburtstag.

Lücken rächen sich

Wer AHV-pflichtig ist, muss jedes Jahr einen Mindestbeitrag einzahlen. 2019 beträgt er 482 Franken. Die AHV-Beiträge werden direkt vom Lohn abgezogen. Verdienst du mindestens 4702 Franken im Jahr, hast du den Mindestbeitrag erreicht. Problematisch wird es, wenn du weniger oder gar nichts einzahlst – zum Beispiel weil du studierst, vorübergehend im Ausland lebst, eine Weltreise machst etc.

Wenn du nämlich nicht den Mindestbeitrag bezahlst, entsteht die erwähnte AHV-Lücke. Und die rächt sich später: Jedes fehlende Beitragsjahr führt in der Regel zu einer Kürzung deiner Rente um mindestens 1/44 oder 2,3 Prozent. Das klingt vielleicht nach wenig, ist aber ziemlich viel: Wer immer den Mindestbeitrag in die AHV einbezahlt hat, bekommt eine Rente von maximal 2370 Franken im Monat (Stand 2019). Mit einer einjährigen Beitragslücke wären es noch rund 2316 Franken – auf 20 Beitragsjahre gerechnet also insgesamt rund 13'000 Franken weniger.

Regelmässig Auszug bestellen

Es lohnt sich also, AHV-Lücken zu vermeiden. Dazu ist es wichtig, dass du dich als Nichterwerbstätiger oder Nichterwerbstätige bei der Ausgleichskasse deines Wohnortes anmeldest. Studierende werden automatisch den kantonalen Ausgleichskassen gemeldet und von ihnen angeschrieben, um zu ermitteln, ob die Beitragspflicht erfüllt ist.

Du solltest regelmässig einen AHV-Auszug bestellen. Darauf ist ersichtlich, ob dein Arbeitgeber deinen Lohn jeweils korrekt gemeldet hat und ob du den Mindestbeitrag in die AHV einbezahlt hast. Den Auszug kannst du online bestellen. Wie er gelesen werden muss, erklärt dieses Video. Wichtig: Hast du eine AHV-Lücke, kannst du sie bis fünf Jahre nach ihrem Entstehen schliessen – danach ist es zu spät.

Noch Fragen? Dann melde dich als Nichterwerbstätige/r am besten bei der Ausgleichskasse deines Wohnkantons oder – falls du erwerbstätig bist – bei der Kasse deines Arbeitgebers. (20 Minuten)

Schon Mitte 20 aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern.

Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch

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