Basel – Auf Restaurant-Terrassen muss bald wieder gefroren werden
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BaselAuf Restaurant-Terrassen muss bald wieder gefroren werden

Elektrische Heizstrahler werden in Basel nach der Sonderregelung vom letzten Jahr wieder verschwinden. Die elektrischen Öfen seien umweltschädlich, so die Regierung. Wirteverband und SVP kritisieren: Das neue Verbot benachteilige die städtischen Gastronomen.

von
Seline Bietenhard
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Basler Wirtinnen und Wirte dürfen keine elektrischen Heizöfen mehr auf die Terrassen stellen.  (Symbolbild)

Basler Wirtinnen und Wirte dürfen keine elektrischen Heizöfen mehr auf die Terrassen stellen. (Symbolbild)

Tamedia
 Neu sind nur noch Heizstrahler mit Holzpellets oder erneuerbarer Energie erlaubt. (Symbolbild)

Neu sind nur noch Heizstrahler mit Holzpellets oder erneuerbarer Energie erlaubt. (Symbolbild)

20min/Alina Müller
 Der Wirteverband Basel-Stadt bedauert die Abschaffung. (Symbolbild)

Der Wirteverband Basel-Stadt bedauert die Abschaffung. (Symbolbild)

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Basler Wirtinnen und Wirte dürfen keine elektrischen Heizöfen mehr auf die Terrassen stellen.

  • Die Sonderregelung vom letzten Winter wurde von der Regierung wieder abgeschafft.

  • Neu sind nur noch Heizstrahler mit Holzpellets oder erneuerbarer Energie erlaubt.

  • Die SVP Basel-Stadt findet das neue Verbot «unverständlich».

  • Auch der Wirteverband Basel-Stadt bedauert die Abschaffung.

  • Im Baselbiet hingegen bleiben elektrische Heizstrahler weiterhin erlaubt.

Nachdem letztes Jahr Basler Wirtinnen und Wirte dank einer Sonderregelung elektrische Heizöfen draussen aufstellen durften, müssen sie in diesem Winter wieder verschwinden, berichtete das «SRF Regionaljournal» am Dienstag. Die Regierung verbot die Heizstrahler aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs. «Basel-Stadt kann keine Vorreiterrolle in der Klimapolitik einnehmen und gleichzeitig solche Heizöfen weiterhin zulassen», sagte Dominik Keller, Amt für Umwelt und Energie, zum «Regionaljournal». Die Wirtinnen und Wirte dürfen auf den Terrassen neu nur noch Heizstrahler installieren, die mit Holzpellets oder erneuerbarer Energie betrieben werden.

Für die SVP Basel-Stadt ist dieses Verbot «unverständlich». «Damit werden basel-städtische Gastronomen benachteiligt und eine für sie wichtige Massnahme für die Generierung von Umsatz im Aussenbereich verunmöglicht», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Die SVP fordert vom Regierungsrat die weitere Erlaubnis von elektrischen Heizöfen.

«Pellet-Heizstrahler sind teuer»

Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, bedauert die Abschaffung der Sonderregelung. «Es ist schade, dass die elektrischen Heizstrahler ausgerechnet diesen Winter wieder verboten werden. Die Aussenbereiche sind nun noch wichtiger als letztes Jahr, als alle Restaurants von November bis April geschlossen waren», so Ebneter.

Die Terrassen würden zurzeit sehr gut besucht, weil sie eine Ausweichmöglichkeit für Gäste ohne Zertifikat seien. Die Wirtinnen und Wirte könnten nun auf Holzpellet-Öfen setzen. «Diese Pellet-Heizstrahler sind leider etwas teuer in der Anschaffung und im Unterhalt», sagte Ebneter zu 20 Minuten. Auch benötigten die Holzpellets recht viel Platz zum Aufbewahren, was in der Stadt häufig schwierig sei.

Im Baselbiet bleibt die Sonderregel bestehen

Im Kanton Basel-Landschaft dürfen die elektrischen Heizstrahler in diesem Winter weiterhin eingesetzt werden. Die Sonderregelung vom letzten Jahr wurde im Baselbiet verlängert. Der Kanton wolle laut der Bau- und Umweltschutzdirektion der Gastro- und Eventbranche damit entgegenkommen. «Das heisst, dass in dieser schwierigen Situation eine Erleichterung geschafft wird, indem diese Heizstrahler zugelassen werden», sagte Generalsekretärin Katja Jutzi zum «Regionaljournal».

Gastro Baselland ist für die Verlängerung dankbar. «Wir sind sehr froh, dass wir auch den Gästen ohne Zertifikat auch in der kalten Jahreszeit einen Wärmespender bieten können», sagte Fabienne Balmer von Gastro Baselland. Die Sonderregelung soll im Baselbiet noch bis im Juni 2022 gelten.

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