Aktualisiert 27.01.2011 17:09

Alarm auf dem RheinAuf Säuretanker herrscht Explosionsgefahr

Der auf dem Rhein gekenterte Säuretanker droht in die Luft zu fliegen. Schwefelsäure, Wasser und Wasserstoff in einem Tank bilden eine hochexplosive Mischung.

Am Wrack des gekenterten Säuretankers im Rhein besteht Explosionsgefahr. Das ergab die Untersuchung einer ersten Probe aus einem der sieben Tanks, wie das Pressezentrum «Havarie Loreley» am Donnerstag mitteilte. Tank 7 enthalte Schwefelsäure, Wasser und Wasserstoff.

Da der Wasserstoff hochexplosiv ist, und es beim Zusammentreffen von Säure und Wasser zu einer Verpuffung kommen kann, war der Unglücksort für die Probennahme am Mittwoch weiträumig abgesperrt worden.

Mit einem Spezialverfahren hatten Experten winzige Löcher in zwei Tanks des Schiffes, das insgesamt 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord hat, gebohrt. Nun solle Stickstoff in den Tank 7 geleitet werden, um die Explosionsgefahr zu beseitigen, hiess es weiter.

Gefundene Leiche nicht vom Tanker

Die Leiche eines Mannes war am Mittwoch etwa 17 Kilometer stromabwärts im Bereich des Bopparder Hamms von einem Spaziergänger am Ufer gefundenen worden. Es handelt sich aber nicht um eines der beiden noch vermissten Besatzungsmitglieder des Säuretankers «Waldhof». Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall. Zur Identität des Toten gab es zunächst keine Erkenntnisse, wie ein Sprecher der Polizei in Koblenz auf Anfrage sagte.

Die 110 Meter lange «Waldhof» war mit knapp 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord am Morgen des 13. Januar nahe des Loreleyfelsens gekentert. Von vier Besatzungsmitgliedern konnten zwei gerettet werden, die beiden anderen gelten als vermisst und sind vermutlich tot. Vor der Bergung des Wracks sollte geprüft werden, ob sich der Zustand der Säure seit dem Unfall verändert hat und ob sie abgepumpt werden kann. (sda/dapd)

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