Kein Geld aus Russland: Auf Sauber-Vertrag fehlt Putins Unterschrift

Aktualisiert

Kein Geld aus RusslandAuf Sauber-Vertrag fehlt Putins Unterschrift

Mitte Juli hat Sauber freudig einen Deal mit drei russischen Investoren verkündet. Bis jetzt ist aber noch kein Geld nach Hinwil geflossen. Staatspräsident Putin lässt die Schweizer offenbar zappeln.

von
pre

Seit Monaten warten die Gläubiger des Sauber-Teams - darunter Motorenlieferant Ferrari - auf die Begleichung ihrer Rechnungen. Mit rund 80 Millionen Euro soll der Hinwiler Formel-1-Rennstall mittlerweile in der Kreide stehen. Der vor drei Wochen verkündete Deal mit drei russischen Investoren beruhigte zwar die Gemüter etwas, doch mittlerweile wächst die Ungeduld wieder.

Den von den kolportierten 470 Millionen Franken, die der Investment Corporation Fonds, der Staatliche Fonds zur Entwicklung der Nord-Westlichen Russischen Föderation und das Nationale Institut für Luftfahrt und Technologie in das Sauber-Team stecken wollten, ist gemäss Recherchen der deutschen Zeitung «Die Welt» bislang noch kein Rappen nach Hinwil geflossen.

Ferrari stellt ein Ultimatum

Die Verkündung des Deals mit den Russen soll ein Bluff sein. Es fehle die Unterschrift des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin, der mit der Erteilung seines Segens bislang aber noch zuwarte. Besitzer Peter Sauber sei deshalb vergangene Woche zusammen mit Teamchefin Monisha Kaltenborn persönlich nach Russland geflogen. Der Handel ist aber offenbar noch immer nicht perfekt und so wächst die Ungeduld bei den Gläubigern weiter.

Um wenigstens einen Teil der Schulden in Höhe von 18 Millionen Euro einzutreiben, hat Ferrari gemäss der «Welt» unlängst ein Ultimatum an Sauber gestellt. Bis zum Beginn der Sommerpause müssen mindestens acht Millionen Euro auf dem Konto der Italiener eingehen, andernfalls droht Ferrari mit einem Lieferstopp. Sauber hat bis am 25. August und dem GP von Belgin in Spa Zeit, den Betrag zu überweisen.

Bürokratische Hindernisse und Detailfragen

Dem Sauber-Team steht das Wasser also wieder einmal bis zum Hals. Teamchefin Kaltenborn versucht, die Gemüter zu beruhigen. Bei der Verzögerung des Deals mit den Russen handle es sich «nur noch um bürokratische Hindernisse und um komplexe Detailfragen», sagt sie der «Welt». Peter Sauber gibt offenbar keine Auskünfte mehr. Er habe sich ein Redeverbot auferlegt.

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