Ein Ski für die Ewigkeit: Auf Schweizer Brettern über den Schnee
Aktualisiert

Ein Ski für die EwigkeitAuf Schweizer Brettern über den Schnee

Die Schweiz ist eine Skifahrer-, aber keine Skihersteller-Nation. Eigentlich zu Unrecht, wie eine kleine Auswahl zeigt.

von
Nina Ladina Kurz

Zeitlich mit den Skistars Bernhard Russi und Vreni Schneider verschwanden auch Schweizer Marken wie Attenhofer, Authier oder Streule von der Piste. Doch dieser Negativtrend ist Schnee von gestern. Swissness ist sexy. Und das spüren die verbliebenen Hersteller.

Beim grössten Schweizer Skihersteller Stöckli verkauft man aktuell rund 50 000 Ski pro Jahr. Trotz Massenproduktion dürfen sich Kunden auf Welt­cup-Qualität freuen. CEO Beni Stöckli dazu: «Die vor­wiegend auch im Ski­rennsport angewandte Sandwich-Produktionstechnologie lassen wir in den grössten Teil der ­Serienproduktion einfliessen.»

Noch nicht im Weltcup mitfahren dürfte man mit Kessler-Ski. Das offizielle Reglement des Weltcups ist den neusten Technologien noch nicht angepasst. «Wir haben eine ­einmalige Geometrie entwickelt – die jedoch nicht den Fis-Regeln entspricht», so Lukas Stähli von Kessler-Swiss. Hingegen macht die spezielle Form den Ski äusserst gutmütig. «In Kurven kann sich der Ski nicht verkanten und bei Belastung der Kanten wird der Ski aggressiv und zeigt sein ganzes Potenzial», so Stähli.

Ein Ski für (fast) die Ewigkeit erhält man bei der Manufaktur Zai. Die Marke aus der Surselva setzt auf Langlebigkeit und Innovation. Jeder der rund tausend verkauften Ski wird genau vermessen. Die Abnutzung kann jederzeit beziffert werden: «Wird ein Zai-Ski während 450 Tagen gefahren, liegt der Spannungsabfall und somit die Minderung der Fahrqualität im einstelligen Prozentbereich. Bei herkömmlichen Ski liegt dieser in einer Zeitspanne von rund 40 Tagen bei 20 bis 30 Prozent», so Zai-Gründer Simon Jacomet.

Und so gilt: Geht es um Ski-Qualität und Handarbeit, haben Schweizer Manufakturen einen Podestplatz verdient.

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