One Minute Mullet - Auf Tiktok kursiert der wohl mutigste Blitz-Haarschnitt
Kann so ein Haarschnitt wirklich in nur einer Minute und ohne Coiffeurbesuch gelingen?

Kann so ein Haarschnitt wirklich in nur einer Minute und ohne Coiffeurbesuch gelingen?

Instagram/pams.hair
Publiziert

Expertin warnt davorAuf Tiktok kursiert der wohl mutigste Blitz-Haarschnitt

Die Lust auf Veränderung ist da, aber für den Coiffeurbesuch fehlt das Budget? Tiktokerinnen zeigen, wie du in einer Minute zu einem neuen Haarschnitt kommst. Wir haben eine Expertin gefragt, ob das gut gehen kann.

von
Malin Mueller

Bereits zu Beginn des Jahres zeichnete sich ab: 2021 ist das Jahr des Vokuhilas. Die News sind unterdessen auch auf Tiktok angekommen – und gehen dort als Tutorial zum daheim Nachschneiden durch die Decke. 78,4 Millionen Views konnte der Hashtag #oneminutemullet (Mullet ist die englisch Bezeichnung für die meinungsbildende Frisur) bereits verzeichnen.

Warum das so ist, ist schnell erklärt: Die Userinnen, die ihren hohen Rossschwanz in einer geraden Linie kürzen, sehen im Anschluss absolut fantastisch aus. Die sanften Stufen umspielen das Gesicht perfekt. Und tatsächlich, viel mehr als eine Minute nimmt der Schnitt nicht in Anspruch.

Schummel-Schnitt

Allerdings müssen wir fair bleiben und dazu sagen: Ein richtiger Mullet sieht dann doch noch ein bisschen anders aus. Beim Original sind die Seiten und der obere Teil der Haare viel kürzer, die Längen ausgedünnter. Die einminütige Version erinnert optisch eher an einen sogenannten Shag. Der würde als Hashtag aber vermutlich nicht ganz so gut funktionieren wie der Vokuhila, der für viel Aufsehen sorgt.

Und dann wäre da noch etwas: Zwischen dem Abschneiden der Haare und dem gestylten Ergebnis gibt es jeweils einen Cut. Das ist nicht weiter dramatisch – bei der Tiktokerin Effervescingelephant etwa scheinen allerdings plötzlich auch die Stirnfransen gekürzt und die Stufen ein bisschen zu perfekt.

Plus: Wie bei jedem Internet-Trend gibt es auch hier Opfer. Besonders die Userinnen mit sehr geraden Haaren sind mit dem Wannabe-Vokuhila alles andere als happy.

Das sagt die Expertin

Wir haben bei einer Expertin zum Thema nachgefragt. Esra Kaymak arbeitet als Stylistin und Coiffeuse im Zürcher Salon Drycut und hat so ihre Probleme mit der Glaubwürdigkeit der Videos: «Bei vielen der Ergebnisse wurde mit Sicherheit vom Profi nachgebessert. Auch wenn es Haarstrukturen gibt, bei denen der Schnitt auf den ersten Blick ganz okay aussieht – gerade am Hinterkopf ist es fast unmöglich, ohne fremde Hilfe schöne Übergänge zu schaffen. Ausserdem: Ein und dieselbe Technik bei jeder Haarstruktur anzuwenden, das kann gar nicht funktionieren.»

Was Esra noch mehr Probleme bereitet, ist die Wahl des Equipments: «Coiffeur-Scheren gibt es nicht ohne Grund. Ihr Schliff ist viel feiner und sie schneiden sanfter. Eine klassische Haushaltsschere macht hingegen die Spitzen stumpf, trocken und provoziert Spliss.»

«Ich rate jedem davon ab»

Dafür schneidet die Technik an sich gar nicht so schlecht ab. «Ein Profi würde die Haare auch nach oben ziehen und von dort schneiden, die Richtung stimmt. Allerdings ist der Rossschwanz ein No-Go. So weiss niemand, welche Partie man gerade bearbeitet. Ausserdem sind die Winkel bei einem Shag oder Mullet enorm wichtig – als Laie ist das kaum hinzubekommen. Ich rate jedem davon ab, diese Challenge ohne Hilfe mitzumachen.»

Falls du unbelehrbar bist und aktuell schon verzweifelt nach der Schere in der Schublade suchst, empfehlen wir dir sicherheitshalber schon jetzt einen Termin beim Profi abzumachen. Der weiss, was zu tun ist und kann im Anschluss retten, was noch zu retten ist.

Was denkst du über den neuen Trendhaarschnitt? Hast du deine Haare schon einmal selber geschnitten? Verrate es uns in den Kommentaren!

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