Restaurant-Öffnung - «Auf unserer Reservationsseite geht es voll ab»
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Restaurant-Öffnung«Auf unserer Reservationsseite geht es voll ab»

Gastrobetriebe dürfen ab Montag die Innenbereiche wieder öffnen. Die Schweizer Gastonomen jubeln und rechnen mit einem Gästeansturm.

von
Barbara Scherer
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Ab Montag kann man endlich wieder drinnen Essen.

Ab Montag kann man endlich wieder drinnen Essen.

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Restaurantbetreiber rechnen damit, dass sie von Gästen überrannt werden.

Restaurantbetreiber rechnen damit, dass sie von Gästen überrannt werden.

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«Auf unserer Reservationsseite geht es voll ab», sagt Michel Péclard, Inhaber der Zürcher Pumpstation GmbH.

«Auf unserer Reservationsseite geht es voll ab», sagt Michel Péclard, Inhaber der Zürcher Pumpstation GmbH.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Restaurants dürfen am 31. Mai vollständig öffnen.

  • Zudem fällt die Sperrstunde weg.

  • Schweizer Gastronomen rüsten sich für die vielen Gäste.

Restaurants dürfen ab Montag, 31. Mai, auch die Innenräume öffnen. Das hat der Bundesrat am Mittwoch bekannt gegeben. Dabei ist der Öffnungsschritt grösser ausgefallen als vorgesehen. So wird etwa die Sperrstunde zwischen 23 und sechs Uhr aufgehoben.

Neu dürfen im Aussenbereich zudem sechs Personen am gleichen Tisch sitzen. Drinnen gibt es weiterhin Vierer-Tische. Zudem gilt am Platz keine Maskenpflicht mehr. Nur wer den Tisch verlässt, muss die Maske aufsetzen. Die Gastronomen jubeln über die zusätzlichen Lockerungen.

«Wir sind super happy! Endlich können wir wieder richtig arbeiten», sagt Michel Péclard, Inhaber der Zürcher Pumpstation GmbH zu 20 Minuten. Er rechnet nun mit einem Besucheransturm: «Auf unserer Reservationsseite geht es voll ab», so Péclard.

Trotz der langen Zwangspause und den schlechten Umsätzen, will Péclard die Preise in seinem Betrieb aber nicht erhöhen. Schliesslich haben Bund und Kantone die Gastronomie finanziell unterstützt. «Dafür bin ich dankbar.»

Homeoffice-Pflicht vermiest Mittagsgeschäft

Auch Daniel Wiesner, Co-Geschäftsführer der Familie Wiesner Gastronomie AG, zu der unter anderem die asiatische Restaurantkette Nooch gehört, freut sich über die Lockerungen: «Jetzt geht es endlich wieder los.» Das Einzige, was noch wegfallen sollte, ist die Homeoffice-Pflicht: «Diese Regelung vermiest uns zurzeit das Mittagsgeschäft», so Wiesner.

Trotzdem rechnet auch Wiesner mit einem Besucheransturm. Denn viele Menschen haben grosse Sehnsucht nach dem Restaurant und ein fortlaufend wachsender Anteil hat bereits eine Impfung erhalten: «Dadurch sinkt die Hemmschwelle und die Leute gehen eher wieder auswärts essen», so Wiesner.

An den Preisen werde sich nichts ändern. Das, obwohl einige Esswaren aufgrund der Lieferengpässe bereits teurer geworden sind: «Wir haben diese Teuerungen bisher nicht an die Gäste weitergegeben und haben es auch nicht vor», so Wiesner. Es sei damit zu rechnen, dass sich Preise mit der Lockerung der Corona-Massnahmen weltweit wieder einpendeln.

Restaurants sind weiterhin nicht voll ausgelastet

Auch bei der Bindella-Gruppe ist die Freude gross: «Die Öffnung der Innenfläche eröffnet uns wieder eine Perspektive, bringt das Leben zurück in unsere Ristoranti und gibt uns Planungssicherheit», sagt Rudi Bindella Junior.

Nach dem wechselhaften Wetter sei nun allen klar, wie schwierig es ist, Personal, Einkäufe und Angebot für die Terrassen zu planen. Die Kapazitätsbeschränkung sei aber weiterhin massiv: «Wir können durch die Auflagen vom Bund nur etwa 60 bis 70 Prozent unserer regulären Kapazitäten nutzen.»

Trotz Öffnungen rechnet Bindella mit bleibenden Schäden. Denn bis sich die Gastronomie von der Corona-Krise erholen kann, werde es noch lange dauern. «Wir verschulden uns und tragen diese Kredite lange mit. Das heisst, grosse Investitionen liegen in nächster Zeit nicht drin. Das legt uns für ein paar Jahre einfach lahm.»

Kampagne für Sicherheit im Restaurant lanciert

Der Entscheid des Bundesrats sorgt bei Gastronomen nicht nur für Freude: Einige sind skeptisch, ob Gäste sich drinnen sicher fühlen. Darum hat die Gästeplattform Pogastro.com die Kampagne #sichergeniessen ins Leben gerufen. Auf der Plattform können gastronomische Betriebe ihre Bemühungen und Schutzkonzepte sichtbar machen. Damit soll das Vertrauen bei Gästen wiederhergestellt werden und somit die Gastro-Branche tatkräftig bei den Eröffnungen unterstützt werden. Die Kampagne wird von Unternehmen aus verschiedenen Branchen getragen.

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