Breivik-Attentate: Auf Utøya findet wieder ein Jugend-Camp statt
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Breivik-AttentateAuf Utøya findet wieder ein Jugend-Camp statt

2011 attackierte Anders Breivik auf Utøya ein Jugendlager. Nun holt sich die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei AUF die Insel zurück.

von
ofi
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Die Jugenorganisation der Arbeiterpartei AUF führt erstmals seit vier Jahren und den Anschlägen von Anders Behring Breivik wieder ein Sommerlager auf der Insel Utøya durch: Mani Hussaini, Chef der Jugendorganisation spricht zur Presse.

Die Jugenorganisation der Arbeiterpartei AUF führt erstmals seit vier Jahren und den Anschlägen von Anders Behring Breivik wieder ein Sommerlager auf der Insel Utøya durch: Mani Hussaini, Chef der Jugendorganisation spricht zur Presse.

kein Anbieter/Jon Olav Nesvold/AP
Ein Metalring mit den Namen aller Opfer Breiviks auf Utøya mahnt heute an den Anschlag vor vier Jahren.

Ein Metalring mit den Namen aller Opfer Breiviks auf Utøya mahnt heute an den Anschlag vor vier Jahren.

AFP/Odd Andersen
An einem Baum hängen kurze Botschaften der Erinnerung.

An einem Baum hängen kurze Botschaften der Erinnerung.

AFP/Odd Andersen

Vier Jahre nach den Terroranschlägen von Anders Behring Breivik lädt die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei (AUF) wieder zu einem Sommerlager auf der Insel Utøya ein.

Vom 7. bis 9. August werden dort mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. «So viele wie noch nie zuvor», sagte der AUF-Vorsitzende Mani Hussaini am Mittwoch bei einer Medienkonferenz auf der Insel.

Am 22. Juli 2011 waren 69 überwiegend junge Leute im Kugelhagel des Attentäters ums Leben gekommen. Seitdem ist die Insel im Tyrifjorden, 45 Minuten westlich von Oslo, umfassend umgestaltet worden.

Norwegen gedenkt der Toten

Ein Neubau aus Holz und Glas beherbergt nun Küche, Speisesaal, Konferenzräume und Aufenthaltsräume. Die Cafeteria, in der viele junge Menschen ermordet wurden, soll zu einem Lernzentrum umgebaut werden.

«Bislang haben wir da nicht renoviert, wegen der Schusslöcher in den Wänden sind die Räume vorerst nicht zugänglich», sagte AUF-Generalsekretärin Ragnhild Kaski bei einem Rundgang über die Insel. Über einer Lichtung hängt ein stählerner Ring, in dem die Namen der Opfern eingraviert sind. «Dies ist eher ein Ort, an dem man für sich trauern kann», so Kaski.

AUF verteidigt Wiedereröffnung

Die AUF ist sich sehr bewusst, dass die Wiederinbesitznahme der Insel auch umstritten ist. «Wir verstehen, dass es dazu unterschiedliche Meinungen gibt», sagt Hussaini, «aber wir haben gesagt, unsere Antwort auf die Attacke wird mehr Offenheit und mehr Demokratie sein. Und dass wir unser Sommerlager wieder auf Utøya veranstalten, ist Teil dieser Antwort.»

Für die Jugendorganisation sei es eine grosse Herausforderung, die richtige Balance zu finden und diesen Ort, der voller schwerer Erinnerungen ist, wieder zu einem Ort der Freude zu machen. «Wir wünschen uns, dass Utøya ein weltweites Symbol für Toleranz und Frieden wird», sagte der Projektleiter für die Insel, Jørgen Frydnes.

Dass sich zu dem Jugendcamp eine Rekordzahl von 1000 Teilnehmern angemeldet hat, sieht die AUF als Bestätigung dafür, dass sie den richtigen Weg gegangen ist. Utøya ist von zentraler Bedeutung für die Arbeiterpartei: Seit 1950 finden hier die Sommercamps der AUF statt.

Am Wochenende werden die ehemaligen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg und Gro Harlem Brundtland sowie der Chef der Arbeiterpartei Jonas Gahr Støre zu den Jugendlichen sprechen. (ofi/sda)

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