31.10.2016 14:02

Surf-BlogAuf Wellenjagd in Zentraljava

Indonesien ist mit über 17'500 Inseln ein Paradies für Surfer. Viele Surfspots sind noch unentdeckt oder nur den Einheimischen bekannt.

von
Melanie Keller
31.10.2016
Schlafzimmer mit Blick aufs Meer.

Schlafzimmer mit Blick aufs Meer.

Laybacktravel.com
Manchmal muss man beim Reisen einfach die Augen zumachen und Vertrauen in die Einheimischen haben. Auch wenn das Motorrad das ein oder andere Mal ins Schlingern kommt, erreichen wir unser Ziel unbeschadet.

Manchmal muss man beim Reisen einfach die Augen zumachen und Vertrauen in die Einheimischen haben. Auch wenn das Motorrad das ein oder andere Mal ins Schlingern kommt, erreichen wir unser Ziel unbeschadet.

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Fisch ist die Haupteinnahmequelle des Dorfes.

Fisch ist die Haupteinnahmequelle des Dorfes.

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Im Surfer-Ort Panganderan in Zentraljava herrscht wellentechnisch gerade Flaute. Darum entscheiden wir uns kurzfristig für eine Expedition zu einem dieser geheimen Spots im Westen der Insel. Unsere Mission startet frühmorgens. Noch im Dunkeln fahren wir fast fünf Stunden über holprige Strassen und durch Palmenwälder.

In einem kleinen Dorf werden die Autos parkiert und die Surfbretter sowie das Gepäck auf ein kleines Boot geladen, das der Bootsmann mit reiner Muskelkraft an einem gespannten Tau über den Fluss zieht. Unter der Fracht befinden sich auch ein paar Motorräder, die uns weiter zu unserem Zielort befördern. Zu Fuss hätte der Marsch bestimmt über eine Stunde gedauert, auf den Knattermaschinen kommen wir wesentlich schneller voran.

Abenteuer für uns - Alltag für die Fischer

Die rasante Fahrt mit Sack und Pack auf engen Wegen und über den nassen Sand ist aber definitiv nichts für Angsthasen. Wir sind froh als wir ankommen und wissen sogleich, dass sich die Strapazen gelohnt haben: eine Welle nur für uns!

Wir laden unsere Habseligkeiten ab und inspizieren das Camp – ein kleines, einfaches Fischerdorf, direkt am Meer, den Dschungel im Rücken. Es gibt ein paar Holzhütten und schattenspendende Unterstände. Einer davon wird unser Nachtlager. Als Matratze auf dem harten Holz dient uns lediglich die Surfboard-Tasche. Auf Duschen und Toiletten müssen wir verzichten.

Was für uns ein Abenteuer ist, ist für die Fischer Alltag. Manche verbringen sogar die ganze Nacht auf ihren selbstgebastelten Minibooten. Gepaddelt wird mit Plastiktellern.

Schwimmen können die wenigsten, das Leben ist einfach. Trotzdem scheinen die Menschen hier zufrieden zu sein und heissen uns mit offenen Armen in ihrer Mitte willkommen. Sie versorgen uns täglich mit frischem Fisch, aus dem unsere indonesischen Begleiter Frühstück, Mittag- und Abendessen zaubern.

Doch Kulinarik und Komfort sind zweitrangig. Für uns zählt nur die Welle! In diesem Fall ein sogenannter Reefbreak. Also eine Welle, die über ein Korallenriff bricht und damit fast ununterbrochen in bilderbuchmässiger Regelmässigkeit Wellen erzeugt – immer in die gleiche Richtung, immer am gleichen Ort. Vom Strand aus sieht die Welle fast klein aus, aber davon lassen wir uns nicht täuschen. Wir packen die Surfbretter und paddeln los.

Korallenriffe sind schön, aber gefährlich

Zuerst müssen wir eine Lagune mit vor Anker liegenden Fischerbooten überqueren. Das Wasser ist glasklar, und wir sind bezaubert vom Korallenriff, das wunderschön aussieht, gleichzeitig für uns Surfer aber gefährlich ist: Sobald der Wasserspiegel bei Ebbe sinkt, müssen wir diesen Teil zu Fuss überqueren.

Barfuss würden wir uns an den scharfen Korallen oder Seeigeln verletzen, darum brauchen wir Riffschuhe. Wie immer, wenn wir einen neuen Surf-Spot ausprobieren, habe ich dieses nervöse Kribbeln im Bauch. Was erwartet uns da draussen, und sind wir den Wellen auch gewachsen? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden: anpaddeln, aufstehen und surfen!

Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Wir surfen an diesem und den darauffolgenden zwei Tagen, bis sich unsere Arme wie Spaghetti anfühlen und wir uns sogar auf die Erholung auf unserem Holzbett freuen. Die Welle ist bestimmt nichts für Anfänger, aber man muss auch nicht Kelly Slater heissen, um sie zu surfen. Schöne Wellen gibt es auf der ganzen Welt, und die Suche danach ist der besondere Kick – uns wird dieses einzigartige Abenteuer für immer in Erinnerung bleiben.

Layback Travel Melanie Keller und Gabriel Wappler haben sich dem Surfen verschrieben. Im August 2015 brach das Paar seine Zelte in der Schweiz ab und startete in Asien seine Weltreise. Das Datum der Rückkehr ist noch offen. Auf 20 Minuten sowie im Online-Magazin Laybacktravel.com dokumentieren die Schweizer Surfer ihre Erlebnisse und teilen ihr Wissen.

Layback Travel Melanie Keller und Gabriel Wappler haben sich dem Surfen verschrieben. Im August 2015 brach das Paar seine Zelte in der Schweiz ab und startete in Asien seine Weltreise. Das Datum der Rückkehr ist noch offen. Auf 20 Minuten sowie im Online-Magazin Laybacktravel.com dokumentieren die Schweizer Surfer ihre Erlebnisse und teilen ihr Wissen.

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