Aktualisiert 24.06.2004 11:21

Aufatmen in der Versicherungsbranche

Die weltweiten Prämieneinnahmen stiegen 2003 um zwei Prozent auf 2.941 Milliarden Dollar, wie die jüngste sigma-Studie der Swiss Re zeigt.

Während das Nichtlebengeschäft kräftig zulegte, gingen die Prämien im Lebengeschäft leicht zurück. Der Positivtrend setzt sich fort.

Nach den Turbulenzen der Finanzmärkte und den Extremschäden der vergangenen Jahre zeichnet sich bei den Leben- wie auch den Nichtlebenversicherern eine Wende ab, teilte der Schweizer Rückversicherer gestützt auf seine Studie am Donnerstag mit. Wie in früheren Jahren wiesen der Leben- und Nichtlebenbereich gegenläufige Trends auf. Die Nichtlebenprämien stiegen 2003 um sechs Prozent auf 1.268 Milliarden Dollar, während die Lebenprämien um 0,8 Prozent auf 1.673 Milliarden Dollar zurückgingen. Knapp 90 Prozent der Prämieneinnahmen entfielen auf die Industrieländer.

Der Rückgang der Lebenprämien ist auf das rückläufige Geschäft in den USA und Grossbritannien sowie auf das unterdurchschnittliche Wachstum in anderen Industrieländern und einigen aufstrebenden Märkten zurückzuführen. Durch die verbesserte Wirtschaftslage wurden die Bilanzen der Lebensversicherer entlastet. Der Ertrag aus Kapitalanlagen fiel zwar weiterhin unterdurchschnittlich aus, doch der Druck durch Abschreibungen auf Unternehmensanteilen und Aktien liess nach. Auch Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen des Geschäfts trugen zu der Ergebnisverbesserung bei. Die Stabilisierung der Eigenkapitalbasis deutet darauf hin, dass sich der Ausblick für die Lebensversicherer deutlich verbessert.

Der Anstieg im Nichtlebenbereich fiel zwar geringer aus als im Vorjahr, war aber mit sechs Prozent doppelt so hoch wie der zehnjährige Durchschnitt, wie aus der Studie des zweitgrössten Rückversicherers der Welt hervorgeht. Nach dem Anstieg der Sachversicherungsprämien in den Vorjahren registrierte nun vor allem die Haftpflicht erhebliche Prämiensteigerungen. Dieser Prämienanstieg führte 2003 zusammen mit strengeren Underwriting-Standards und vergleichsweise wenig Extremschäden zur markanten Verbesserung der versicherungstechnischen Ergebnisse. Die Anlageergebnisse bleiben jedoch unbefriedigend, so dass die Kapitalknappheit weiter anhielt.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft dürfte gemäss der Studie die Bedingungen für die Lebensversicherer weiter verbessern. Das preisbedingte Wachstum in der Nichtlebenversicherung wird allerdings nachlassen, weil sich die Prämiensätze allmählich stabilisieren. Daher wird das Prämienwachstum im laufenden Jahr weniger ausgeprägt ausfallen als im Vorjahr. Bei einer durchschnittlichen Schadenentwicklung kann allerdings eine weitere Verbesserung erwartet werden. Angesichts der verbesserten Bedingungen dürfen die Lebensversicherer mit einer nachhaltigen Erholung ihres Eigenkapitals und ihrer Gewinne rechnen. Die sigma-Studie erfasst die Versicherungsmärkte von 152 Ländern und zeigt explizit Daten von 88 Ländern. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.