23.07.2020 13:50

Stau wegen Unfall

Autofahrer weicht Stau aus und fährt in Rettungsgasse weiter

Auf der A2 gab es Stau wegen eines Unfalls. Ein Mercedes-Fahrer wich auf die Rettungsgasse aus und wurde gefilmt.

von
Daniela Gigor

Ein Lieferwagen war am frühen Donnerstag auf der Autobahn A2 in Richtung Süden unterwegs. Wie die Luzerner Polizei mitteilte, geriet der Verkehr nach dem Eichtunnel ins Stocken, woraufhin der Lieferwagen abbremsen musste.

Der nachfolgende Autofahrer hat darum ebenfalls stark abbremsen müssen. Das dritte Auto in der Kolonne hat es nicht rechtzeitig geschafft anzuhalten, worauf es zu einer Auffahrkollision zwischen den drei Autos kam. Laut Angaben der Polizei wurde das mittlere Auto nach rechts abgedrängt und prallte gegen die Leitplanke. Der Unfall löste einen Rückstau im Morgenverkehr aus.

Mercedes in freier Rettungsgasse

Diesen Stau wollte ein Autofahrer umgehen, der es anscheinend äussert eilig hatte in Richtung Süden zu kommen. Kurzerhand manövrierte er seinen Mercedes aus dem Stau auf der rechten Seite hinaus und fuhr auf der ansonsten freien Rettungsgasse weiter. «Er war zwar geschätzt nur mit etwa 40 km/h unterwegs», sagt ein Leser-Reporter. Der fehlbare Autofahrer sei sich bewusst gewesen, dass er etwas Verbotenes tue, denn er habe zuerst beobachtet, ob er einen Rettungswagen behindern würde.

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Hier ist der Mercedes-Fahrer zu sehen, wie er auf der Rettungsgasse weiterfährt.

Hier ist der Mercedes-Fahrer zu sehen, wie er auf der Rettungsgasse weiterfährt.

Um 06.30 Uhr ereignete sich eine Auffahrkollision auf der Autobahn A2 in Fahrtrichtung Süden.

Um 06.30 Uhr ereignete sich eine Auffahrkollision auf der Autobahn A2 in Fahrtrichtung Süden.

Luzerner Polizei
Nach dem Eichtunnel geriet der Verkehr ins Stocken, woraufhin der Lieferwagen abbremsen musste.

Nach dem Eichtunnel geriet der Verkehr ins Stocken, woraufhin der Lieferwagen abbremsen musste.

Google Street View

Lenker will sich bessern

20 Minuten konnte mit dem Rettungsgasse-Fahrer reden. Nachdem er sich einen kurzen Moment ertappt gefühlt und nach Worten gesucht hatte, sagte er: «Ich sah, dass keiner angefahren kam.» Er hätte nie gedacht, dass ihn jemand bei seinem Vergehen filmen würde. Nun wurde er eines Besseren belehrt und er beteuerte: «Es tut mir sehr leid und ich werde dafür besorgt sein, dass das nie mehr vorkommt.»

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde beim Unfall niemand verletzt. Für den Rettungsgassen-Fahrer dürfte seine Tat keine negativen Folgen haben, denn «die Polizei hat dieses Delikt nicht festgestellt», wie Sprecher Urs Wigger auf Anfrage sagte. Die drei vom Unfall betroffenen Autos mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden, der beim Unfall entstanden ist, schätzt die Polizei auf rund 22’000 Franken.

Im September 2019 ist es zu einem ähnlichen Fall auf der A3 gekommen. Rechts und links reihten sich die Autofahrer in einer Rettungsgasse ein. Nur einer fuhr zwischen der Kolonne hindurch: ein Topmanager in seinem weissen BMW – er kam ohne Strafe davon.

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