Erste Aufnahmen – Aufnahmen zeigen erstmals, wie es auf dem Mars tönt
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Leiser, dumpfer, tieferAufnahmen belegen erstmals, wie es auf dem Mars tönt

Wie es auf dem roten Planeten aussieht, ist bekannt. Doch was gibt dort zu hören?  Astrophysiker haben die Antwort darauf – und eine Überraschung. 

Mars-Wind: Diese Aufnahme wurde am 22. Februar 2021, am vierten Sol (Marstag), vom SuperCam-Instrument auf «Perseverance» gemacht. Es ist etwas Wind zu hören – vor allem um die 20 Sekunden der Aufnahme. Die Hintergrundgeräusche des Rovers wurden entfernt.

Nasa

Darum gehts

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat erstmals Tonaufnahmen vom Mars ausgewertet – das Ergebnis: Auf dem Roten Planeten herrscht überwiegend Stille, durchbrochen nur von gelegentlichen Windböen. «Es gibt nur wenige natürliche Schallquellen, mit Ausnahme des Windes (siehe Video oben)», erklärten die Wissenschaftler anlässlich der Veröffentlichung ihrer Studie in der Fachzeitschrift «Nature» am Freitag.

Eine Überraschung hielten die fünfstündigen Tonaufnahmen jedoch bereit: Auf dem Mars gibt es zwei unterschiedliche Schallgeschwindigkeiten.

Rover-Rauschen: NASA-Ingenieure kombinierten drei Segmente aus einer unbearbeiteten Audiodatei, die aufgezeichnet wurde, als «Perseverance» über einen Abschnitt des Jezero-Kraters rollte.

Nasa

Unfassbare Stille

Die Aufnahmen stammen von zwei Mikrofonen des Mars-Rovers «Perseverance» der US-Raumfahrtbehörde Nasa, der im Februar vergangenen Jahres auf dem Mars gelandet war. Nun wurden sie von einem Forscherteam rund um Hauptautor Sylvestre Maurice erstmals ausgewertet. Dabei herrschte auf den Aufnahmen eine solche Stille, dass die Wissenschaftler bereits befürchteten, mit den Messungen stimme etwas nicht.

Etwas zu hören war dann aber doch, beispielsweise das Surren der Rotorblätter des ultraleichten Mini-Hubschraubers «Ingenuity» des Nasa-Rovers.

Helikopter-Fluggeräusche: Das Supercam-Mikrofon des Marsrovers «Perseverance zeichnete die Geräusche des «Ingenuity»-Flugs vom 30. April 2021 auf. Es war der vierte Flug des Mars-Helikopters und das erste Mal, dass ein Raumfahrzeug auf einem anderen Planeten die Geräusche eines anderen Raumfahrzeugs aufgenommen hat. 

Nasa
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«Ingenuity« (Bild) ist das erste Luftfahrzeug, das auf einem anderen Planeten abgehoben ist.

«Ingenuity« (Bild) ist das erste Luftfahrzeug, das auf einem anderen Planeten abgehoben ist.

AFP
Dieses Foto zeigt ein Solarpanel, das auf dem Mini-Helikopter angebracht ist.

Dieses Foto zeigt ein Solarpanel, das auf dem Mini-Helikopter angebracht ist.

AFP
Die Nasa musste den Erstflug von «Ingenuity» wegen technischer Probleme verschieben. Er war eigentlich am 11. April 2021 geplant.

Die Nasa musste den Erstflug von «Ingenuity» wegen technischer Probleme verschieben. Er war eigentlich am 11. April 2021 geplant.

AFP

Überraschung für die Experten 

Mit ihrer Studie konnten die Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass die Schallgeschwindigkeit auf dem Mars mit 240 Metern pro Sekunde langsamer ist als auf der Erde, wo sich Schall mit 340 Metern pro Sekunde ausbreitet. Dies war bereits erwartet worden, weil die Mars-Atmosphäre zu 95 Prozent aus Kohlendioxid besteht und etwa 100 Mal dünner als jene der Erde ist. Für Überraschung sorgte jedoch, dass der vom Laser erzeugte Schall 250 Meter pro Sekunde zurücklegte – also schneller als erwartet war. «Ich geriet ein wenig in Panik», berichtete Hauptautor Maurice. «Ich habe mir gesagt, dass eine der beiden Messungen falsch sein muss, weil es auf der Erde nur eine Schallgeschwindigkeit gibt.»

«Ich habe mir gesagt, dass eine der beiden Messungen falsch sein muss, weil es auf der Erde nur eine Schallgeschwindigkeit gibt.»

Sylvestre Maurice, Astrophysiker 

Auf dem Mars gibt es demnach also zwei Schallgeschwindigkeiten: eine für hohe Töne wie jene des Lasers und eine weitere für niedrigere Frequenzen wie das Surren der Hubschrauber-Rotoren. «All diese Faktoren würden es für zwei Menschen, die nur fünf Meter voneinander entfernt sind, schwierig machen, ein Gespräch zu führen», erklärte das französische Forschungsinstitut CNRS.

Laser-Einschläge: Dies ist die erste Tonaufnahme von Lasereinschlägen auf dem Mars vom 2. März 2021. Es sind 30 Einschläge zu hören. Variationen in der Intensität der Töne geben Aufschluss über die physikalische Struktur der Ziele, wie etwa ihre relative Härte oder das Vorhandensein von Verwitterungsschichten.

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