WInterthur: Aufrichtfest endete in der Leitplanke

Aktualisiert

WInterthurAufrichtfest endete in der Leitplanke

Nach einen feuchtfröhlichen Aufrichtfest hat ein betrunkener Bauarbeiter bei Winterthur einen spektakulären Selbstunfall gebaut. Nun wird der vorbestrafte Lenker zur Kasse gebeten.

von
Attila Szenogrady

Es war 21. September 2006, als ein bosnischer Bauarbeiter an einem Aufrichtfest in Zürich teilnahm. Dabei trank er reichlich Bier und mehrere Gläser Rotwein. Kurz nach 22 Uhr startete der heute 27-jährige Angestellte seinen Lieferwagen und trat mit mindestens 1,07 Promillen Alkohol im Blut den Heimweg in Richtung Ostschweiz an.

Auf der Autobahn umgekippt

Durch den Rausch enthemmt fuhr der spätere Angeklagte mit rund 135 km/h viel zu schnell über die Autobahn. Auf der Höhe von Winterthur passierte es: Der Blaufahrer verlor die Herrschaft über sein Fahrzeug und krachte mit der Seite in die Mittelleitplanke hinein. Worauf der Lieferwagen zur Seite kippte und dabei rund 200 Meter weit über den Asphalt schlitterte. Bis er auf der Ueberholspur zum Stillstand kam. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Auch nicht der Angeklagte, der sich geschockt, aber unbeschadet aus seinem Fahrzeug retten konnte.

Unbedingte Freiheitsstrafe verlangt

Zuerst musste sich der umfassend geständige Bauarbeiter im September 2007 vor dem Bezirksgericht Winterthur verantworten. Gegen den Angeklagten sprach die Tatsache, dass er nur einen Monat nach dem Unfall trotz seinem entzogenen Führerausweis mehrfach mit seinem Personenwagen herumgefahren war.

Hinzu kam, dass der vorbestrafte Mann während einer laufenden Probezeit delinquiert hatte. Mit der Folge, dass der zuständige Winterthurer Staatsanwalt eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten verlangte.

Bedingte Geldstrafe angefochten

Das Bezirksgericht kam zu einem verhältnismässig milden Urteil und liess es mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 90 Franken sowie mit einer Busse von 2000 Franken bewenden. Das Winterthurer Gericht hielt dem Angeklagten eine Lebenskrise zur Tatzeit zugute. So war er laut Urteil von zu Hause ausgezogen, hatte sich aber kurz darauf mit seiner Freundin zerstritten.

Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Sie akzeptierte zwar die Geldstrafe, verlangte aber den unbedingten Vollzug der Strafe. Die Verteidigung forderte dagegen die Bestätigung des Winterthurer Verdikts.

Strafe verschärft

In seinem kürzlich eröffneten Entscheid hat das Obergericht die Strafe gegen den heute arbeitslosen Bosnier teilweise verschärft. Im Hauptantrag beliessen es die Oberrichter zwar bei einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 40 Franken.

Im Gegensatz zum Winterthurer Gericht ordneten sie aber den Widerruf der Vorstrafe an und setzten in diesem Rahmen eine unbedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 40 Franken. Zudem soll der Angeklagte eine Busse von 2000 Franken bezahlen und einen Grossteil der Untersuchungs- und Gerichtskosten von über 2 500 Franken tragen. Es wird jedenfalls teuer für ihn.

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