Auf Social Media - Aufruf zu Gewalt im Niederdörfli – Polizei beobachtet die Lage
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Auf Social MediaAufruf zu Gewalt im Niederdörfli – Polizei beobachtet die Lage

Nach den Oster-Krawallen in St. Gallen kursieren auf Social Media Aufrufe zu Gewalt in der Region Zürich. Die Polizei hat Kenntnis davon.

von
Thomas Mathis
BRK News, 20min/News-Scout

Darum gehts

  • Nach den Oster-Krawallen in St. Gallen gibt es einen Gewaltaufruf für das kommende Wochenende im Zürcher Niederdörfli.

  • Die Stadtpolizei Zürich ist am Seebecken seit mehreren Wochen verstärkt präsent und beobachtet die Lage.

Petarden, Tränengas und Gummischrot – die Oster-Krawalle in St. Gallen sorgten am Wochenende für wüste Szenen. Am Sonntagabend blieb es ruhig, nachdem die Polizei rund 500 Wegweisungen ausgesprochen hatte. Nun kursieren auf Social Media Aufrufe zu Gewalt in der Region Zürich. Ein Snapchat-Post wird in der Community rege geteilt.

«Party im Niederdörfli», heisst es darin. Weil die Polizei in St. Gallen vorbereitet sei, soll die Aktion am Freitag in Zürich stattfinden. «Wir machen eine fette Party und f*** die Bullen, wenn sie stürmen kommen. Kommt alle dorthin, wir müssen unsere Jugend zurückholen.» Der 18-jährige News-Scout F. B.* hat den Aufruf auf verschiedenen Kanälen gesehen. «Ich finde das nicht in Ordnung», sagt er. Mit Gewalt würden sie als Jugendliche nichts erreichen. «So bekommen wir nur noch weniger Freiheiten.»

«Wir haben die Schnauze voll»

Auch für Winterthur gibt es einen Aufruf zu einer «Corona-Party» am Freitag. «Zeigen wir, dass wir die Schnauze voll haben», heisst es darin. Der Betreiber von szeneishwinti_blog äussert sich besorgt darüber. «Wenn nichts passiert, wird bald eine schweizweite Jugendbewegung daraus», schreibt er zu den beiden Aufrufen. Offenbar soll es sich beim Niederdörfli-Post um einen Aufruf von St. Gallern handeln.

Die Stadtpolizei Zürich hat Kenntnis vom Aufruf. «Wir sind an den Wochenenden bereits seit mehreren Wochen verstärkt präsent im Raum Bellevue, Utoquai, Stadelhofen», sagt Medienchefin Judith Hödl. Den Aufruf werde man ebenfalls in die laufende Lagebeurteilung aufnehmen und entsprechende Handlungsrichtlinien und Massnahmen festlegen. Auch die Stadtpolizei Winterthur beobachtet die Lage, wie es auf Anfrage heisst.

Aufruf für St. Gallen

In St. Gallen wird ebenfalls zu Randalen am Freitag aufgerufen. «Ich hoffe, ihr seid alle dabei, es noch einmal eskalieren zu lassen wie noch nie», heisst es im Post. Diesmal aber mit mehr Personen aus der ganzen Schweiz. «Wir machen die fetteste Party ever.» Die Stadtpolizei St. Gallen hat Kenntnis davon.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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