Vereins-Chalet - Nach Amoklauf-Fantasien gegen Berset – SC Buochs schmeisst seinen Wirt raus
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Vereins-ChaletNach Amoklauf-Fantasien gegen Berset – SC Buochs schmeisst seinen Wirt raus

M.L.* droht dem Gesundheitsminister in einem Video. Nun kündigt der SC Buochs das Pachtverhältnis mit dem Wirt.

von
Lea Gnos

Im Video lässt M.L. seinen Gewaltfantasien freien Lauf.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Die Zertifikatspflicht spaltet die Schweiz. Bei einem Wirt sind nun die Sicherungen durchgebrannt.

  • An Berset gerichtet sagt er: «Komm ja nicht in die Innerschweiz. Du weisst nie, wenn im Tram jemand eine Rakete dabei hat.»

  • Nun ist der Wirt seinen Job los.

Ab Montag schränkt der Bundesrat das öffentliche Leben ein und erhöht mit der Zertifikatspflicht für Restaurants, Kinos und Fitnesscenter den Druck auf Ungeimpfte.

Der Wirt M. L.* droht dem Gesundheitsminister in einem Video, das in den sozialen Medien kursiert, und wünscht ihm den Tod (siehe oben). «Ich widersetze mich und kontrolliere keinen einzigen Gast», kündigt der Mann an. Es könne nicht sein, dass er Leute kontrollieren müsse, während für Politiker dasselbe nicht gelte. Der Mann nennt die Regierung «Volksverräter», die «vor ein Kriegsgericht gehören».

«Wir verurteilen das aufs Schärfste»

Der Wirt ist offenbar Pächter des Club-Lokals SC Buochs. Nun meldet sich der Verein zu Wort: «Aufgrund von Vorkommnissen in der jüngsten Vergangenheit, hat sich der SC Buochs entschieden, die Zusammenarbeit mit unserem aktuellen Gastgeber im Chalet zu beenden und das Pachtverhältnis aufzulösen», schreibt der Club auf seiner Webseite.

«Wir verurteilen die gemachten Äusserungen aufs Schärfste. Unsere Vereins-Vision und Philosophie sieht vor, dass wir aktiv gegen negative Tendenzen, wie zum Beispiel Gewalt, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit (…) vorgehen.»

Das entsprechende Video ist dem Bundesamt für Polizei bekannt, hiess es auf Anfrage von 20 Minuten. Das Fedpol behält sich rechtliche Schritte vor. «Es ist klar, dass wir bei solchen Fällen prüfen, ob eine strafrechtlich relevante Handlung vorliegt und welche Massnahmen und Möglichkeiten es gibt, um auf diese zu reagieren. Allgemein geben wir jedoch keine Auskünfte zu einzelnen Fällen», sagt Sprecher Florian Näf zu 20 Minuten.

*Name der Redaktion bekannt

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