Aktualisiert 22.05.2011 09:09

«Internet-Sport»

Aufs Planking folgen Teapotting und Pillaring

Sich flach wie ein Brett hinlegen ist zum Massen-Phänomen geworden. Derweil machen sich auf Facebook Trittbrettfahrer bemerkbar. Auch Unsportliche können sich in Szene setzen.

von
Daniel Schurter

In Australien ist Planking bereits dermassen verbreitet, dass sich die Premierministerin zu einer öffentlichen Warnung veranlasst sah. Die Bevölkerung solle besser ganz aufs Brett-Spielen verzichten, sagte Julia Gillard nach dem tödlichen Unfall in Brisbane.

Planker legen sich flach auf den Bauch, spannen ihre Muskeln an und lassen sich fotografieren. Während sich Jugendliche an immer verrückteren Orten ausstrecken, entwickelt sich das Internet-Phänomen weiter und treibt neue lustige Blüten.

Menschliche Teekrüge

Ebenfalls aus Australien kommt Teapotting. Dabei ist nicht die ungewöhnliche sexuelle Spielart mit einem Krug warmen Wasser gemeint, wie sie im Urban Dictionary beschrieben ist.

Basierend auf dem Kinderlied «I'm A Little Teapot», stellen sich die Leute in Teekannen-Pose auf und lassen sich fotografieren. Was als Social-Media-Experiment an einem College anfing, hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden. Die Erfinderinnen des Internet-Sports sind zwei College-Lehrerinnen. Sie loben Teapotting als sichere Planking-Variante und wünschen sich einen verantwortungsvollen Umgang. Ob sich risikofreudige Jugendliche dafür begeistern lassen, muss bezweifelt werden. Dafür machen auch Menschen mit, die nicht mehr zu kräftezehrenden Verrenkungen in der Lage sind.

«Pfeiler» in der Landschaft

Ebenfalls zu den harmloseren Planking-Varianten gehört Pillaring. Wie ein «Pfeiler» stellt man sich aufrecht stehend, möglichst regungslos an einen ungewöhnlichen Ort. Auch diese lahme Form eines Internet-Sports hat auf Facebook bereits über 2500 Follower. Vereinzelt gibt es auch Versuche, sich an gefährlichen Orten aufzustellen.

Muss Facebook die Schuld gegeben werden, wenn sich Teenager bei waghalsigen Manövern verletzen? Noch gibt es keine wissenschaftlichen Studien darüber, welchen Einfluss das soziale Netzwerk auf die Risikofreudigkeit der jungen Leute hat. Experten sind der Meinung, dass die junge Generation schon immer durch ungewöhnliche Verhaltensweisen auffiel. Im Gegensatz zu ihren Grosseltern sind die heutigen Planker, Teapotter und Pillaring-Fans im Internet zuhause. Dadurch dürften die schnell vergänglichen Phänomene der Nachwelt zumindest im Internet erhalten bleiben.

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