Aktualisiert 14.03.2013 09:00

Pizza oder Thai?Aufschwung für St. Galler Lieferdienste

Pizza, Bami Goreng oder Cordon Bleu: Food Delivery boomt, doch der Konkurrenzkampf in der Ostschweiz ist gross.

von
tob
Huu Truc Mai, Inhaber vom Bamboo Asia Food Kurier in St. Gallen will unter neuen Markennamen künftig auch mexikanische und italienische Gerichte anbieten.

Huu Truc Mai, Inhaber vom Bamboo Asia Food Kurier in St. Gallen will unter neuen Markennamen künftig auch mexikanische und italienische Gerichte anbieten.

«Wir schätzen den Umsatz im Schweizer Food-Delivery-Markt auf jährlich 600 Millionen Franken», sagt Lukas Weder, Geschäftsführer des Bestellportals Eat.ch, das die Menükarten von 600 Kurieren im Netz bereitstellt. HSG-Absolvent Weder rechnet damit, dass der Umsatz in den nächsten Jahren weiter ansteigt. Ganz vorne mit dabei ist die Stadt St. Gallen. Hier läuft das Geschäft rund, denn: «Im nationalen Vergleich ist das Food-Delivery-Angebot in St. Gallen am günstigsten», sagt Weder. Der Konkurrenzkampf, vor allem bei Pizzakurieren, ist entsprechend gross. Auf dem Vormarsch sind darum vor allem andere Küchen.

Auf den Trend reagiert hat der 30-jährige Huu Truc Mai, Inhaber vom Bamboo Asian Food Kurier. «Wir haben vor einer Woche eine neue, 500 Quadratmeter grosse Produktionsstätte bezogen», sagt Mai. Nun wird das Angebot erweitert: Ab nächster Woche sollen unter den Namen «El Chico» und «Pasta presto» mexikanische und italienische Gerichte ausgeliefert werden.

Verändert hat sich in letzter Zeit das Bestellverhalten der Kunden (siehe Box). So würden die Bestellungen auch viel mehr geplant: «Bereits am Mittag erhalten wir viele Anfragen für den Abend», sagt Hieu Nguyen vom asiatischen Kim-Lang-Lieferdienst.

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Bestellungen im Netz nehmen zu

«Zehn Prozent aller Essensbestellungen in der Schweiz laufen über das Internet», schätzt Lukas Weder, Geschäftsführer von Eat.ch. Die Zahl habe sich innert kurzer Zeit verdoppelt und werde noch weiter wachsen. Die Gründe für das Wachstum des gesamten Food-Delivery-Marktes sieht Mirjam Hauser, Trendforscherin beim Gottlieb Duttweiler Institut, unter anderem im mobileren Alltag: «Die Arbeitswege sind länger geworden und oft fehlt die Zeit, um einzukaufen». Die Sehnsucht nach selbst gekochtem, gesundem Essen sei aber weiterhin da. Sie glaubt darum, dass sich die Angebote in Zukunft noch weiter entwickeln werden.

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