Aktualisiert 26.10.2010 14:30

Sicherheits-Schikane?

«Aufsteh-Verbot» auf US-Flügen sorgt für Wirbel

In Zukunft soll es nicht mehr erlaubt sein, sich auf Reisen in die USA gemeinsam die Füsse zu vertreten. Auf die Passagiere wartet eine weitere, unangenehme Neuerung.

von
Adrian Müller
Recken und Strecken ist auf Swiss-Flügen weiterhin erlaubt.

Recken und Strecken ist auf Swiss-Flügen weiterhin erlaubt.

Wer in die USA fliegt, muss zukünftig über viel Sitzleder verfügen: Eine neue Vorschrift der US-Transportsicherheitsbehörde (TSA) untersagt den Passagieren, sich während des Fluges in einer Gruppe die Beine auszutreten oder an der Bar ein Glas Wasser zu holen. Diese Meldung des deutschen Wirtschaftsmagazins «dmm.travel» sorgt in der Reisegemeinde für viel Aufsehen. Aufstehen dürfe künftig nur noch eine Person zu einem Zeitpunkt, und zwar um sich auf die Toilette zu begeben. Lufthansa-Sprecher Jan Bärwälde erklärt gegenüber 20 Minuten Online, die neue Vorschrift gelte seit Mitte Oktober und laute folgendermassen: «Das Stehen und Warten von mehreren Personen ist in allen Bereichen des Flugzeuges verboten.» Eine Begründung für die neuen Vorschriften habe die TSA nicht abgegeben.

Rudelbildung verboten

Die neue Regelung der TSA gilt für alle Fluggesellschaften, die die USA anfliegen. Also auch für die Swiss: «Wir machen solche Durchsagen schon seit 2006», sagt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage von 20 Minuten Online. Die Passagiere dürften sich aber auch zukünftig an Bord Recken und Strecken. Mit den Ansagen würden die Reisenden darauf hingewiesen, aus Sicherheitsgründen während des Flugs keine stehenden Gruppen zu bilden.

Nimmermüden Passagiere, die sich beispielsweise auf Nachflügen gemeinsam die Zeit totschlagen möchten, stehen harte Zeiten bevor: «Künftig werden wir Passagiere auf ihre Sitze weisen müssen, wenn sie sich über längere Zeit etwa vor der Toilette oder in der Bordküche aufhalten», sagt der Lufthansa-Sprecher weiter.

Heimatschutz verlangt Gebühr für Personendaten

Wie und ob die neuen Regelungen der US-Heimatschutzbehörde umgesetzt werden, wird sich zeigen. Klar ist hingegen: Am 1. November tritt zudem das «Secure Flight Programm» der TSA in Kraft. Mit den neuen Regelungen müssen die Fluggesellschaften künftig bis 72 Stunden vor Abflug neben vollständigen Namen auch Geburtsdatum und Geschlecht an die Heimatschutzbehörde liefern. Bei fehlenden Daten kann die Fluggesellschaft die Buchung streichen.

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